Aachen - Neuer Waldkindergarten „Haselmäuse“ verzeichnet riesigen Andrang

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Neuer Waldkindergarten „Haselmäuse“ verzeichnet riesigen Andrang

Von: Margot Gasper
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Auf in den Wald! Die Kinder können es kaum erwarten, dass es endlich nach draußen geht. Hinten von links Erzieherin Angelika Grevenrath, Kita-Leiterin Monika Schnitzler und Diplom-Pädagogin Lena Wrede. Foto: Harald Krömer
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Im „Kindertaxi“ wird das Spielzeug transportiert – und auch schon mal ein Kind mit müden Beinen.

Aachen. Montagmorgen kurz vor neun. Das Thermometer zeigt gerade mal fünf Grad über null. Richtig winterlich ist es nicht, aber trüb und feucht. Am Ende des Preuswegs starten knapp ein Dutzend Kinder und ihre Betreuerinnen in die Kita-Woche.

Die Kleinen sind warm eingepackt, stecken in dicken Jacken und Gummistiefelchen. Ohne wasserdichte Matschhosen geht hier gar nichts. Denn den größten Teil des Tages werden sie draußen im Wald verbringen.

Der Öcher Bösch ist seit Mitte August Spiel- und Lernort für die „Haselmäuse“, Aachens ersten Waldkindergarten. Und das Konzept spricht offenbar viele Eltern an. Fürs nächste Kindergartenjahr, das am 1. August beginnt, verzeichnet die Kita bereits jetzt die sensationelle Zahl von 81 Bewerbungen. Wie es derzeit aussieht, wird aber keine der interessierten Familien zum Zuge kommen.

Fast alle wollen U3-Plätze

Die weitaus meisten Eltern suchen nämlich einen Platz für ein Kind unter drei Jahren. Die „Haselmäuse“ haben auch fünf Plätze für Kleinkinder ab zwei. Aber im Sommer werde erst einmal nichts frei, berichtet Florian Kuß, geschäftsführender Gesellschafter des Betreibers, der gemeinnützigen Unternehmergesellschaft (gUG) Euregio-Waldkindergarten.

Zwei Plätze allerdings hat der Waldkindergarten auch jetzt frei – für Kinder ab drei. „Da würden wir besonders gerne Vorschulkinder aufnehmen, die im Sommer 2015 eingeschult werden“, sagt Kuß. „Ältere Kinder wären super für die Gruppenstruktur.“

Insgesamt gibt es 20 Plätze bei den „Haselmäusen“. Die Gruppe ist im Aufbau, einige Kinder werden im Laufe der nächsten Wochen und Monate noch dazukommen. Die Wald-Kita in Aachen ist die dritte Einrichtung der gemeinnützigen Gesellschaft, die aus einer Elterninitiative in Erkelenz entstanden ist.

Die Wiese, gleich neben dem Gelände des Kneipp-Vereins, hat noch etwas Baustellenatmosphäre. Anfangs mussten sich Kita-Leiterin Monika Schnitzler und ihre Kolleginnen, Diplom-Pädagogin Lena Wrede sowie die beiden Erzieherinnen Angelika Grevenrath und Maren Kophamel, mit den Kindern sogar in einem einfachen Bauwagen provisorisch einrichten. Mittlerweile sind die beiden Kita-Bauwagen – TÜV-geprüfte Spezialanfertigungen im Wert von rund 50.000 Euro – eingetroffen. Ein Wagen dient als Gruppenraum, der andere beherbergt demnächst unter anderem den Ruheraum für die Kleinsten. Auf dem Gelände soll noch eine große Holzterrasse gebaut werden, ein Sandkasten ist auch vorgesehen.

Das Kita-Leben der „Haselmäuse“ spielt sich größtenteils draußen ab. „Im Waldkindergarten gibt es nur zwei Sorten schlechtes Wetter“, sagt Kita-Leiterin Monika Schnitzler. Nur bei Gewitter und Sturm sei es zu gefährlich im Wald. Ansonsten verbringt die kleine Gruppe jeden Tag viele Stunden in der Natur. Die Kinder haben ihre Lieblingsplätze, die sie gerne ansteuern. Zum Beispiel den kleinen Hügel, wo man so schön runterkugeln kann.

„Die Kinder wollen immer raus“

Bei gutem Wetter wird morgens schon im Wald gefrühstückt. „Die Kinder wollen immer raus“, erzählt Diplom-Pädagogin Lena Wrede, „auch im Regen“. Eine Kleine, die am Montagmorgen im Bauwagen abgeliefert wird, dreht an der Tür gleich wieder um. Sie will lieber ihr Laufrad bewegen.

Jetzt im Winter organisiert das Team reichlich Bewegungsspiele für die „Haselmäuse“. „Da muss man sehen, dass man die Kinder unter Dampf hält“, sagt Florian Kuß. Wenn’s draußen angenehm warm ist, malen und basteln die Kinder aber auch im Freien. „Und Bilderbücher kann man wunderbar unter Bäumen anschauen“, sagt die Kita-Leiterin. Im „Kindertaxi“, einem stabilen Handwagen, nimmt die Gruppe Spielzeug mit in den Wald. „Aber weil nicht viel da ist, erfinden die Kinder sehr viele Rollenspiele“, sagt Schnitzler. Das fördere Fantasie und Sprachvermögen.

Stefan Dallmeyer liefert an diesem Montag sein Töchterchen im Waldkindergarten ab. „Janne hat sich noch nie beschwert, dass es nach draußen geht“, erzählt er. Neben dem Kita-Leben mitten in der Natur schätzt er den komfortablen Betreuungsschlüssel und die übersichtliche Gruppe.

Trifft man im Waldkindergarten eigentlich auch schon mal auf die Tiere des Waldes? „Eichhörnchen sehen wir oft“, lacht Monika Schnitzler, „aber für alle anderen Tiere machen wir wahrscheinlich zu viel Krach, wenn wir unterwegs sind.“

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