Neue Windparks: Auf der Suche nach Standorten

Von: Werner Czempas
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Noch immer ist unklar, ob und wie es mit der Windkraftnutzung in Aachen weitergeht. Verwaltung und Politik treten auf der Stelle.

Ein Gutachten wird abgewartet, ein zweites wird in Auftrag gegeben.

Derweil sorgen sich weiterhin viele Bürger, vor allem die Nachbarn des bestehenden Windparks Vetschau-Butterweiden in Laurensberg und nebenan im niederländischen Simpelveld-Bocholtz. Sie schildern seit langem eine ihrer Ansicht nach unzumutbare Lärm- und Schlagschattenbelästigung durch die Rotoren der gewaltigen Windräder. Bei einem Ausbau des dortigen Windparks befürchten sie weitere und noch größere Nachteile.

Im Umwelt- und Klimaausschuss berichtete die Verwaltung jetzt über den Stand der Dinge. Danach könnten die Bürger im Aachener Nordwesten wenigstens für ein paar Jahre aufatmen. Denn eine Nachrüstung von Windkraftanlagen, so die Stadt, sei unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten frühestens nach einer Laufzeit von mindestens zehn Jahren sinnvoll. Da die jüngsten Anlagen aber erst im Jahr 2003 errichtet worden seien, bestehe derzeit für den Windpark Vetschau-Butterweiden „kein Handlungsbedarf”.

„In der Endauswertung”

Schon Ende 2008 bestellte die Verwaltung das Gutachten „Faunistische Untersuchungen zur Windkraftnutzung im Aachener Norden - Zum Einfluss des weiteren Ausbaus der Windenergie auf Vögel und Fledermäuse”. Der Entwurf dieses Gutachtens befinde sich zurzeit „in der Endauswertung” und werde in Kürze vorgelegt. Doch ein zweites Gutachten folgt sogleich.

Weil inzwischen sechs Anträge aus den Fraktionen und eines einzelnen Politikers vorliegen und die Bürgerproteste im Norden der Stadt anhalten, will die Verwaltung nunmehr „auch Untersuchungsflächen im gesamten Stadtgebiet, zum Beispiel im Münsterwald, einbeziehen”. Auch für den Münsterwald wird kurzfristig ein faunistisches Gutachten bestellt.

Wie auch immer die Studien zu den Vögelchen und Fledermäusen ausfallen, die Stadt will jedenfalls - wie auch vom Energiebeirat gefordert - „die begründeten Schutzinteressen der Menschen berücksichtigen und die Bürgerschaft intensiv in den Prozess einbinden”. Umweltdezernentin Gisela Nacken: „Wir werden alle Aspekte berücksichtigen.” Im Frühjahr könne hoffentlich berichtet werden, ob und wo in Aachen weitere Windkraftnutzung möglich sei.

Hinweis auf die Städteregion

„Wir sollten streng und genau prüfen”, forderte CDU-Sprecher Ferdi Corsten, „wir dürfen nicht die Menschen in der Nähe der Windräder vergessen”. Heike Wolf von der SPD mahnte an, „großzügiger zu denken”, und verwies „auf ein paar Kilometer außerhalb der Stadt”, wo doch nun „endlich die größere Fläche” vorhanden sei. Das war verklausuliert ein Hinweis auf die Städteregion, auf den auch Maximilian Slawinski zustimmend für die FDP einging: „Die Städteregion ist eine Chance, die wir nutzen sollten.”

Die Dezernentin versicherte, die Stadt befinde sich in Sachen Windenergie in engen Gesprächen mit den niederländischen wie mit den deutschen Nachbarn. Das entbinde sie aber nicht, zunächst zu untersuchen, was auf Aachener Stadtgebiet bei der Windkraftnutzung möglich sei. Nacken: „Erst einmal ist das unsere Herausforderung.”
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