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Neue Wahl mit altem Ergebnis

Von: Daniel Gerhards
Letzte Aktualisierung:
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Die Linke hat ihre Kandidaten bestimmt - und nun endgültig: Jetzt gehen (v. l.) Uwe Löhr, Listenplatz eins, Marika Jungblut, Listenplatz zwei, Gerlinde Fremgens-Heilmann, Listenplatz drei, und Harald Siepmann, Listenplatz vier, optimistisch in die Wahl.

Aachen. Ob man nun tatsächlich Wahlkabinen braucht, um parteiintern seine Kandidaten für die Wahl aufzustellen, ist nicht abschließend geklärt. Klar ist aber: Die Linke hat die Wahl ihrer Kandidaten für die Städteregion wiederholt. Eben weil es bei der ersten Wahl im Januar keine Wahlkabinen gab.

Dabei kam es am Samstag bei der Wiederholungswahl zu keinen großen Veränderungen: Der Stolberger Uwe Löhr soll weiterhin als Kandidat für den Posten des Städteregionsrates ins Rennen gehen. Und die Reserveliste wurden zumindest auf den ersten sieben Plätzen ebenfalls bestätigt.

„Wir wiederholen die Wahl sicherheitshalber”, erklärte Parteichef Darius Dunker der Linkspartei-Kandidaten: „Sonst wäre nur vor Gericht zu klären gewesen, ob die Wahl rechtmäßig war oder nicht”. Um die Geheimhaltung der Stimmabgabe perfekt zu machen, verordnete Dunker den anwesenden Parteimitglieder Scheuklappen: „Die Versammlungsleitung verbietet Euch hiermit, auf den Stimmzettel Eures Nachbarn zu gucken.”

Trotz der aufwendigen Wahlprozedur - die nun erneut notwendig wurde - strahlten die Spitzenkandidaten Optimismus aus. „Die Reserveliste ist für uns enorm wichtig, da es unwahrscheinlich ist, dass wir ein Direktmandat in einem Wahlkreis gewinnen”, sagte Dunker. Die Kandidaten auf den vorderen Listenplätzen können sich aber Hoffnungen machen, einen Sitz im Städteregionsrat zu ergattern.

Was sie dann vorhaben, das wissen die Spitzenkandidaten schon genau. „Die Städteregion soll eine Vorreiterrolle in Sachen erneuerbare Energien einnehmen”, sagte Uwe Löhr, der ganz oben auf der Reserveliste steht. Sein hoch gestecktes Ziel: 100 Prozent erneuerbare Energien bis 2040. „Dazu müssen die Energieversorger mit ihren Netzen in die öffentliche Hand”, betonte der 49-jährige Betriebswirt.

Außerdem will die Linke den anderen Parteien auf die Finger gucken. „Wir haben eine Kontrollfunktion”, erklärte Marika Jungblut, die auf Platz zwei der Liste steht. Denn die 44-Jährige befürchtet, dass ohne entsprechende Kontrolle die durch die Zusammenlegung von Stadt und Kreis Aachen angestrebten Synergien auf Kosten der Bürger gingen.

Trotz der nun sichergestellten geheimen Stimmabgabe wollen Teile der Partei die aufgestellten Kandidaten immer noch nicht akzeptieren. Parteimitglied Jakob Dircks warf den Entscheidungsträgern der Partei um Darius Dunker in einer schriftlichen Stellungnahme vorsätzlichen Wahlbetrug vor. Dircks, gegen den mittlerweile ein Parteiausschlussverfahren läuft, sieht die Linke in Stadt und Kreis Aachen von einer „Mitte-Rechts-Gruppierung unterwandert”.

Der erneute Einspruch blieb aber erfolglos. Denn am Montag reichen die Linken ihre Kandidatenliste offiziell beim Wahlamt ein. Und das wird auch Zeit: Denn heute Abend läuft um 18 Uhr die Frist zur Einreichung von Wahlvorschlägen ab.

Die Reserveliste der Linkspartei für den Städteregionstag umfasst 16 Namen: 1. Uwe Löhr (links), 2. Marika Jungblut (rechts), 3. Gerlinde Fremgens-Heilmann, 4. Harald Siepmann, 5. Helga Ebel, 6. Dietmar Schütteler, 7. Monika Gottfried, 8. Georg Biesing, 9. Gerti Kriescher, 10. Toni Gredel, 11. Sylvia Gubelmann, 12. Toni Aneis, 13. Adelheid Pulinna, 14. Robert Dolz, 15. Jaqueline Dumond und 16. Andreas Müller.

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