Aachen - Neue Unterstützung in Sachen Sozialrecht

Neue Unterstützung in Sachen Sozialrecht

Von: Jan Mönch
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Durch die Fallgruben und Fußangeln des Gesundheitswesens hindurch hat Raimund Haack schon vielen geholfen.

Zehn Jahre lang war der Rechtsanwalt bei der Verbraucherzentrale (VBZ) im Kreis tätig. Ab Juli ist Haack als Honorarkraft für die VBZ in Aachen tätig.

Wenn die Kasse nicht zahlt

„Die Transparenz ist häufig nicht gegeben, viele Bürger sind verunsichert”, sagt Jutta Reimnitz, Leiterin der Einrichtung, auch mit Blick auf die zum Jahresbeginn in Kraft getretenen Änderungen bei den privaten wie den gesetzlichen Krankenversicherungen.

Ein Fall, den Raimund Haack derzeit über seine Kanzlei bearbeitet, betrifft einen dementen, an Diabetes erkrankten Klienten. Um die täglich notwendige Insulinspritze kann er sich ebenso wenig selbst kümmern wie um die Messung des Blutzuckers. Auch seine Frau, eigentlich laut Gesetz dafür verantwortlich, kann keine Abhilfe leisten: Erstens hat sie Angst vor Spritzen, zweitens ist sie Analphabetin. Die Kasse verweigert bislang die Übernahme der Kosten, der Fall wird vor dem Sozialgericht ausgefochten.

Widerspruchsverfahren, die sich womöglich über ein Jahr oder noch längere Zeit hinziehen, kann Raimund Haack im Rahmen seiner Tätigkeit bei der Verbraucherzentrale freilich nicht übernehmen. Oft aber reichen eine kurze Rechtsberatung oder wenige Telefonate (dann ist bereits von einer Rechtsvertretung die Rede) um die Dinge auf den rechten Weg zu bringen.

Oder aber, um dem Verbraucher zu bestätigen, dass in dem vorgetragenen Anliegen rechtlich nichts zu machen ist. Dies betraf kürzlich eine Studentin, die über ihre Eltern krankenversichert gewesen war, in dieser Zeit allerdings den zulässigen Verdienst von 355 Euro im Monat überschritt - die Krankenversicherung forderte rückwirkend Beiträge in vierstelliger Höhe. Haack musste abwinken: „Da war das Kind leider in den Brunnen gefallen.”

Oft muss der Fachanwalt für Sozialrecht auch Ämtern die Arbeit abnehmen. „Jede Behörde im Sozialversicherungswesen ist verpflichtet, den Leuten entweder selbst rechtliche Auskunft zu geben, oder ihnen zu sagen, wo sie diese bekommen”, sagt Haack, und klopft auf das Sozialgesetzbuch V („meine Bibel”). „Das weiß bloß kaum einer, oft werden die Leute abgewimmelt.”
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