Aachen - Neue Studie der IHK: Dieselfahrverbote unnötig

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Neue Studie der IHK: Dieselfahrverbote unnötig

Von: Robert Esser
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Laut neuer Studien soll sich der Ausstoß von Stickstoffoxid durch den Kauf eines neuen Autos in wenigen Jahre von alleine verringern. Symbolfoto: dpa

Aachen. Ist ein Dieselfahrverbot für Aachen völlig überflüssig? Nach einer neuen Kalkulation der Industrie und Handelskammer (IHK) Aachen zur Flottenerneuerung – also zum turnusgemäßen Neuwagenkauf von Autofahrern – soll sich der Jahresmittelwertgrenzwert für den Ausstoß von Stickstoffdioxid (NO2 ) bis 2020 von derzeit 47,48 Mikrogramm auf etwa 44 Mikrogramm pro Stunde verringern.

Allein damit würde man immer noch über dem EU-Grenzwert von 40 Mikrogramm liegen. Wegen jahrelanger Grenzwertüberschreitung hatte das Aachener Verwaltungsgericht Anfang Juni dieses Jahres geurteilt, dass die Stadt Vorbereitungen für ein Dieselfahrverbot ab 1. Januar 2019 – oder andere genauso effektive Maßnahmen – in die Wege leiten müsse.

Erneuerung der Busflotte

Dabei werde die Luft immer sauberer, sagt die IHK: „Da außerdem sehr bald einige Maßnahmen wie die Erneuerung der Busflotte oder der Trend zum Umstieg vom Auto in den Öffentlichen Personennahverkehr ÖPNV zum Tragen kommen, gehen wir fest davon aus, dass wir schon vor 2020 den Jahresmittelwert einhalten werden“, sagt Michael F. Bayer, Hauptgeschäftsführer der IHK. Erst in der vergangenen Woche hatte Aseag-Chef Michael Carmincke im Umweltausschuss erklärt, dass die Ausschreibungen für die Aufrüstung von mehr als 100 Dieselbussen auf den Weg gebracht worden sei.

Bayer appelliert daher an die Bezirksregierung, „diese Entwicklung auch im Sinne der Verhältnismäßigkeit von Fahrverboten in die Überlegungen einzubeziehen“. Die Analyse, die unter anderem auf Zahlenmaterial von Autohändlern der Region beruht, hat die IHK direkt an Regierungspräsidentin Gisela Walsken weitergeleitet. Eine Reaktion sei nun abzuwarten, hieß es.

Die Bezirksregierung Köln ist für Aachen in Sachen Luftreinhaltung und mögliches Dieselfahrverbot die entscheidende Instanz. Die aktuelle Prognose beruht nach Angaben der IHK auf „konservativen Annahmen des Aachener Autohandels“. Dazu wurde zunächst die durchschnittliche Euro-Norm des Aachener Fahrzeugbestands der Jahre 2016 und 2017 betrachtet und mit dem durchschnittlichen NO2-Ausstoß des Gesamtbestands für das jeweilige Jahr in Beziehung gesetzt.

Durchschnittlicher Wert

Im zweiten Schritt wurde der Aachener Fahrzeugbestand bis 2020 prognostiziert und eine Verbesserung der durchschnittlichen Euro-Norm des Bestands durch Fahrzeugerneuerung angenommen. Dieser durchschnittliche Euro-Normwert der prognostizierten Jahre wurde abschließend mit dem NO2-Ausstoß des gesamten Fahrzeugbestandes ins Verhältnis gesetzt, so dass nach Angaben der Kammer eine belastbare Endprognose möglich wurde.

Die IHK verweist zudem darauf, dass der Auto-, Lkw- und Busverkehr – nach unterschiedlichen Studien – für 50 bis 80 Prozent der Stickstoffdioxid-Emissionen verantwortlich ist. Der Rest setze sich aus „Hausbrand, Industrie und sogenannter Hintergrundbelastung“ zusammen. Auch hier müssten Maßnahmen greifen, um die NO2-Werte weiter zu drücken, so die IHK. Dieselfahrverbote betrachtet man demnach als völlig unnötig und lehnt diese vehement ab.

 

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