Aachen - Neue Sperrgutabfuhr stößt auf Skepsis

Neue Sperrgutabfuhr stößt auf Skepsis

Von: Peter Langohr
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Das deutliche Grummeln, das man aus Brand hören konnte, war nicht allein dem aufziehenden Gewitter geschuldet, sondern mindestens eben so sehr der Diskussion um die Zukunft der Sperrgutabfuhr, die zur gleichen Zeit in der Brander Bezirksvertretung geführt wurde.

Dabei geht es darum, dass der Aachener Stadtbetrieb die bisher in den Außenbezirken geübte Praxis der Sperrgutbeseitigung zu festen monatlichen Abholterminen aufgeben will zugunsten eines Abrufsystems wie in der Innenstadt, bei dem ein Termin beim Stadtbetrieb angefordert werden muss. Geschätzte Ersparnis, so die Vorausberechnungen, 350.000 Euro pro Jahr.

Jedoch war der Tagesordnungspunkt 6 „Einführung des Abrufsystems für Sperrmüll in den Stadtbezirken” bereits abgesetzt worden, da bei den Fraktionen noch Beratungsbedarf besteht. Als dann aber unter dem Punkt „Mitteilungen der Verwaltungen” die Aufstellung eines Sperrgut-Containers auf dem Recyclinghof in der Kellershaustraße erörtert wurde, zeigte sich schnell, wie virulent das Thema offenkundig ist.

Für die SPD begrüßte deren Sprecher Lorenz Hellmann die Aufstellung des Containers, bemängelte jedoch die Regelung, dass man dort nur drei Teile abgeben dürfen. Dies sei eine seltsame Regelung, da nicht klar sei, was denn nun eigentlich ein Teil sei. Er nannte ein Beispiel: Ist etwa ein Schrank als Ganzes und damit als ein Teil zu sehen, oder bestehe er zerlegt aus mehreren Teilen und könne daher wegen der bestehenden Regelung nicht vollständig entsorgt werden?

Diesen Bedenken schloss sich Ekkehard Liebenhoff, Fraktionssprecher der CDU, an, der zudem bedauerte, dass es nur auf dem Recyclinghof in der Kellershaustraße einen Sperrgut-Container gebe, nicht jedoch auf dem Recyclinghof am Camp Pirotte. Kritisches gab es auch von Peter Blum (FDP). Er bedauerte das restriktive Verhalten des Stadtbetriebs, das es so andernorts nicht gebe.

Die Beschränkung auf drei Sperrgutstücke sei jedenfalls „hanebüchener Unsinn”. In die gleiche Kerbe hieb Bezirksbürgermeister Herbert Henn (CDU), der ironisch anmerkte, diese Regelung falle unter den Begriff „bürgerfreundlich” und sofort nachkartete, die Fachverwaltung werde demnächst sehr genau Farbe bekennen müssen, wie denn die avisierte 350.000-Euro-Einsparung bei Einführung des Abrufsystems für Sperrmüll in den Außenbezirken zu erreichen sei. Mit der Äußerung „Man kann ja nicht alles, was von Aachen kommt, zu 100 Prozent gutheißen” unterstrich er seine Skepsis gegenüber dem neuen System.

CDU-Ratsfrau Iris Lürken machte auf einen weiteren Aspekt aufmerksam. Statt die Abgabe von Sperrmüllstücken auf dem Recyclinghof restriktiv zu handhaben, solle man sich doch freuen, wenn die Bürger ihren Sperrmüll selber anliefern, denn das spare Fahrzeuge und Personal.

Fortsetzung folgt

Die engagierte Diskussion in der Brander Bezirksvertretung lässt einen heißen Herbst erwarten, was die anstehenden Beratungen über die Einführung eines Abrufsystems für Sperrmüll auch in den Außenbezirken angeht.
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