„Neue Soziale Marktwirtschaft“: Aachen landet im Mittelfeld

Von: Gerald Eimer
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Aachen. Man ist immer begeistert, wenn man Erster oder Zweiter ist, gibt Hans Poth, Pressesprecher der Stadt, ehrlicherweise zu. Im aktuellen Städteranking der arbeitgebernahen Initiative „Neue Soziale Marktwirtschaft“ und des Magazins „Wirtschaftswoche“ bewegt sich Aachen aber nur im Mittelfeld.

 Der Platz 27 unter den 50 einwohnerstärksten Städten in Deutschland verlangt folglich nach einem anderen Kommentar. „Es berührt uns nicht besonders, es ist eines von vielen Rankings“, sagt Poth.

Ohnehin könnten die dem gestern veröffentlichten Ranking zugrundeliegenden Zahlen auf die Schnelle nicht bewertet werden, sagt er. Tatsächlich heißt es in der Studie selber, dass die Aachener Angaben nur bedingt vergleichbar sind mit denen der anderen Großstädte: Denn dem Werk liegen statistische Zahlen der Städteregion zugrunde. Wie bereits in anderen Fällen drückt dies auch in diesem Fall den Platz in der Statistik.

Arbeitslosenquote, Einkommen, Steuerkraft, Altersquotient, Kinderbetreuung – alles Werte, die für das Ranking ausgewertet wurden und die sich nach dem Zusammenschluss zur Städteregion für die Marke „Aachen“ insgesamt verschlechtert haben. Den Aufstieg ins obere Drittel hätte die Stadt aber vermutlich auch im Alleingang nicht geschafft.

Nur in wenigen Bereichen kann die Stadt mit überdurchschnittlich guten Werten punkten. Dazu zählt der hohe Anteil von Ingenieuren unter den Beschäftigten (5,5 Prozent; im Bundesschnitt sind es 3,1 Prozent). Die Tendenz in den letzten fünf Jahren deutete sogar – im Gegensatz zum Bundestrend – weiter nach oben.

Verhältnismäßig gut schneidet die Städteregion auch bei der Zahl der Hartz-IV-Empfänger ab (6,6 Prozent gegenüber 8,1 Prozent im Bundesschnitt). Als günstig bewertet die Studie zudem den im Vergleich zu anderen Kommunen niedrigen Gewerbesteuerhebesatz. Er entscheide „mit über die Attraktivität einer Stadt für Unternehmen“, heißt es in der Studie.

Auf die Zahl der Arbeitsplätze scheint dies dennoch keine positiven Auswirkungen zu haben: Weit unter Durchschnitt ist demnach die Frauenerwerbsquote im Raum Aachen – nicht mal die Hälfte aller Frauen zwischen 15 und 64 Jahren habe eine sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz. Aber auch für Männer fehlen die Jobangebote. Bei der Arbeitsplatzversorgung schafft Aachen nur Platz 41.

Der Blick auf die Entwicklung in den letzten fünf Jahren zeigt weitere Schwächen: Die Zahl der gemeldeten Straftaten stieg zehn Mal so stark an wie im Mittel der 50 untersuchten Städte (Platz 48). Die Zahl der Älteren im Verhältnis zu den Jüngeren steigt deutlich stärker als anderswo (Platz 45). Und schließlich ist auch die Zahl der Hartz-IV-Empfänger zuletzt langsamer gesunken als in anderen Städten .

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