Neue Sicherheit sorgt für große Verunsicherung

Von: Achim Kaiser
Letzte Aktualisierung:
Der Weihnachtsmarkt wird ab so
Der Weihnachtsmarkt wird ab sofort als Großveranstaltung eingestuft. Das neue Sicherheitskonzept verursacht höhere Kosten. Foto: H. Krömer

Aachen. Während sich die vorweihnachtliche Budenstadt rund um Dom und Rathaus auf die Eröffnung am Freitag vorbereitet, gärt es hinter den Kulissen. Der Grund: Für das Spektakel, zu dem in den Wochen bis zum 23. Dezember wieder rund 1,5 Millionen Besucher erwartet werden, muss ein neues Sicherheitskonzept her.

Und das kostet Geld. Rund 70.000 Euro muss der ausrichtende Märkte und Aktionskreis City (MAC) nun zusätzlich locker machen. Die Folge: Die Weihnachtsmarktbeschicker sind verunsichert, und MAC-Geschäftsführer Manfred Piana ist sauer.

Die Stadt beruft sich derweil auf Gesetzesgrundlagen. „Die entscheidende Frage lautet: Handelt es sich beim Weihnachtsmarkt um eine sicherheitsrelevante Veranstaltung?”, erläutert Stadtpressesprecher Hans Poth. Anders formuliert: Ist der Aachener Weihnachtsmarkt mit seinen rund 120 Buden eine Großveranstaltung?

Polizei, Feuerwehr, Ordnungs-, Bauaufsichts- und Planungsamt haben genau diese Frage diskutiert und kamen zu dem nicht einstimmigen Ergebnis: Ja, er ist eine Großveranstaltung. „Es reicht schon, wenn eine Behörde der Meinung ist, dass eine sicherheitsrelevante Neueinordnung vorgenommen werden muss”, erklärt Poth, der Stadt bliebe dann kein Handlungsspielraum. Nach der Katastrophe bei der Love-Parade in Duisburg seien die Sicherheitsbestimmungen für Großveranstaltungen verschärft worden.

Für Aachen bedeutet das daueranwesender Sicherheitsdienst, zusätzliche Ordner an Wochenenden, fest installierter täglicher Rettungsdienst und permanente Videoüberwachung der Besucherströme. „Es hat immer ein Sicherheitskonzept gegeben. Nie ist etwas passiert”, sagt Piana: „Das ist wie bei Asterix, wenn man sich darauf vorbereitet, dass der Himmel auf den Kopf fällt.” Der MAC-Geschäftsführer hält die Maßnahmen für „übertrieben” und hofft, dass bald wieder „Vernunft einkehrt”. In Aachen sei man halt „besonders vorsichtig”.

Zwar befürchten die Beschicker jetzt, dass sie die höheren Sicherheitskosten mitbezahlen müssen, doch daran scheint Piana nicht zu denken: „Es gibt ja Verträge, an die wir uns auch halten. Wir müssen jetzt schauen, wie wir das alles refinanzieren.”

Die Zukunft des Weihnachtsmarktes ist im Gegensatz zum September Special nicht gefährdet. Es kann aber sein, dass die Stadt nächstes Jahr Zuschüsse bereitstellen muss.
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