Aachen - Neue Ideen für Radwege, Busse, Gehwege – und eine Stadtbahn

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Neue Ideen für Radwege, Busse, Gehwege – und eine Stadtbahn

Von: Werner Breuer
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Ideen zur Mobilität: von links Norbert Rath (ADFC), Michael Bienick (Pro Bahn), Hugo Hamacher (Greenpeace), Henry Riße (sachkundiger Bürger), Dieter Formen (BUND), Ralf Oswald (VCD). Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Von der Schiene wollen die Aachener Umweltverbände nicht lassen. Nachdem die Campusbahn im Frühjahr per Bürgerentscheid aufs Abstellgleis geschoben wurde, ist nach Ansicht von ADFC, BUND, Greenpeace, Pro Bahn und VCD ein neues Mobilitätskonzept nötig. Die Aufgaben, die mit der Bahn gelöst werden sollten, seien ja geblieben, erklärt Ralf Oswald vom VCD. Und auf der Suche nach Lösungen solle man auch die Schiene nicht aus dem Blick verlieren.

Dabei wissen die Vertreter der Verkehrs- und Umweltorganisationen durchaus, dass sie den Aachenern nicht mit einer Idee kommen können, die diese vor einem guten halben Jahr mehrheitlich abgelehnt haben. Ihre Perspektiven seien längerfristig, sagt Oswald.

Und Norbert Rath vom ADFC verweist auf das Beispiel Ulm: Dort sei 1999 eine Stadtbahn auch von den Bürgern abgelehnt worden, heute gebe es sie. Dass die Aachener keinen Gefallen an der Campusbahn gefunden haben, führt Oswald nicht zuletzt auf eine scheinbare „Alternativlosigkeit“ zurück. „Man konnte ja nur mit Ja oder Nein stimmen“, andere Wahlmöglichkeiten habe es nicht gegeben.

Das wollen die fünf Organisationen in ihrem „Mobilitätskonzept Aachen 2020“ anders machen. Allerhand Vorschläge haben sie da zusammengetragen, „Dazu gehört auch die Schiene“, betont Oswald, „es wäre fatal, sie jetzt wieder auszuschließen.“

Dazu gehören für Norbert Rath aber auch „komfortable Radwege“, die die Innenstadt auch mit den Arbeitsplätzen in Gewerbegebieten oder Campus-Arealen verbindet. Größere Entfernungen und schöne Steigungen seien – nicht zuletzt dank Pedelecs – kein Hindernis. Auch der Öffentliche Nahverkehr könnte attraktiver werden, meint Henry Riße, der als sachkundiger Bürger für die Grünen im Umweltausschuss sitzt.

Strategisch zu Fuß

Neben Schnellbuslinien schlägt er auch Veränderungen im Liniennetz vor, damit nicht mehr alle Wege von einem Stadtteil zum anderen über das Stadtzentrum führen müssen. Beschleunigend könnten auch Fahrkartenautomaten wirken, die den Busfahrern den zeitraubenden Ticketverkauf ersparen würden. Ebenfalls auf der Wunschliste: ein „strategisches Gehwegenetz“, das Fußgängern ermöglicht, schneller zum Ziel zu kommen. Oswald hat da manche Plätze im Auge, an denen sich die Passanten zeitraubend von einer Fußgängerampel zur nächsten hangeln müssen.

Das große Ziel hinter all diesen Ideen: Die Stadt wieder attraktiv zu machen, die nach Ansicht der Umweltverbände zu sehr unter Lärm und dicker Luft leidet. Bei den Schadstoffwerten reiße Aachen immer wieder mal die Latte, und rund 15 Prozent des Stadtgebiets müssten mitunter mehr Krach verkraften, als Grenzwerte erlauben.

Weil der Verkehr dabei eine große Rolle spiele, wollen die Umweltschützer ihn neu sortieren. Derzeit sei der motorisierte Individualverkehr mit 50 Prozent am Verkehrsgeschehen beteiligt, der öffentliche Nahverkehr komme auf 15 Prozent, und die Radfahrer sind mit elf Prozent dabei. Den Anteil des motorisierten Individualverkehrs wollen die Umweltverbände auf ein Drittel drücken, der Rest sollte dann „nachhaltig“ sein.

Mit dem Mobilitätskonzept wolle man „die Diskussion wieder anregen“, erklärt ADFC-Vertreter Rath. Die Gelegenheit könnte bald günstig sein: Die Umwelt- und Verkehrsverbände glauben, dass ihr Thema beim Kommunalwahlkampf im kommenden Jahr eine große Rolle spielen wird.

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