Aachen - Neue Freitreppe am AM-Neubau offiziell übergeben

Neue Freitreppe am AM-Neubau offiziell übergeben

Von: Gerald Eimer
Letzte Aktualisierung:
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Großer Aufmarsch an der neuen Freitreppe: Seit Montag ist die neue Verbindung zwischen Hauptbahnhof und Innenstadt offiziell eröffnet. Foto: Harald Krömer

Aachen. Kurzzeitig herrschte auf der neuen Freitreppe am Neubau der Aachen-Münchener ein Gedränge wie sonst nur in der Adalbertstraße. Als wollte man beweisen, dass hier nun wirklich jeder auch im dicksten Gewühl sicher runterkommt, stiegen zahlreiche AM-Mitarbeiter und Vertreter der Stadtverwaltung sowie weitere Interessierte die Stufen hinab.

Und tatsächlich: Am Tag der offiziellen Freigabe kamen alle sicher unten an.

Mit einem kleinen Festakt haben am Montag Oberbürgermeister Marcel Philipp und AM-Vorstandsvorsitzender Michael Westkamp die wegen ihrer schwierigen Begehbarkeit in die Kritik geratene Treppe offiziell der Öffentlichkeit übergeben. Beide betonten in ihren Reden, dass man sich der Kritik stelle und dass an Nachbesserungen gearbeitet werde. Zugleich aber stellten sie heraus, dass die Treppe trotz einiger „Fehler im Detail” ein großer Gewinn für die Stadt sei.

„Wir haben neben den funktionalen Elementen des Neubaus als Arbeitsplatz für rund 1000 Menschen auch Wert auf eine städtebauliche Aufwertung des Quartiers gelegt”, erklärte Westkamp. Die Treppe sei auch ein Beleg für „die Verbundenheit des Unternehmens mit Aachen”.

Wie berichtet, hat die AM ihr Grundstück zur Verfügung gestellt, um diese neue Verbindung zwischen Hauptbahnhof und Innenstadt zu ermöglichen. Die rund 63 Meter lange und 600.000 Euro teure Treppe wurde im wesentlichen aus öffentlichen Mitteln finanziert.

OB Philipp lobte die Treppe als „kühnen Entwurf”. Westkamp sagte, sie gebe dem Quartier „ein lebendiges, einladendes und sympathisches Gesicht”. Er bedauere daher die Kritik, die im Vorfeld insbesondere von Seh- und Gehbehinderten geäußert wurde. Seinem Unternehmen liege viel daran, dass die Treppe von allen Bürgern „gerne genutzt” werde.

Probleme bereiten insbesondere die Farbgebung der Stufen, die unterschiedlichen Tritthöhen und eine die Treppe serpentinenartig querende Rampe. Vertreter der „Kommission Barrierefreies Bauen”, die am Montag ebenfalls vor Ort waren, fordern daher dringend Nachbesserungen, wobei sie die schlimmsten Sünden - irritierende Farben, abschüssige Stufen - für nicht mehr behebbar halten.

Auch müssten ihrer Meinung nach an den Kanten der Rampe sogenannte Radabweiser angebracht werden, damit Rollstühle oder Kinderwagen nicht abrutschen können, sagten Caline Strack und Dirk Branigk.

Stattdessen wird es eine optische Markierung geben, wie die städtische Verkehrsplanerin Regina Poth ankündigte. Bis Ende des Monats sollen auch durchgehende Handläufe angebracht werden. Die insgesamt 20 Meter breite Freitreppe könne an den drei Meter breiten Rändern rechts und links sicher begangen werden, betont sie.

„Zusätzliches Angebot”

Baudezernentin Gisela Nacken erklärte, die Treppe sei ein Kompromiss. Die jetzige Lösung werde vielleicht nicht allen gerecht, aber ohne die kritisierte Rampe könnte sie von Rollstuhlfahrern und mit Kinderwagen gar nicht benutzt werden. „Es ist ein zusätzliches Angebot, die anderen Wege sind ja nicht weg.”

Unterdessen hat Oberbürgermeister Philipp das Thema Barrierefreiheit zur Chefsache erklärt. Er empfängt heute Vertreter mehrerer Verbände, um ihre Einwände zu hören. Die Kommunikation müsse verbessert werden, sagt er, Behindertenvertreter sollen in künftige Planungen enger eingebunden werden.
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