Neue AsF-Vorsitzende: „Der Feminismus ist kein überholtes Konzept“

Von: Martina Stöhr
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Die Gesichter der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen in Aachen: Ye-One Rhie, Natalie Djurkovic, Tamara Ottenwälder, Anna Wilhelmi und Daniela Jansen (von links). Foto: Ralf Roeger

Aachen. Wie sieht ein zeitgemäßer Feminismus aus, und wie lassen sich die unterschiedlichen Strömungen unter einem Hut vereinen? Das sind Fragen, die die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) bei einem mehrtägigen Workshop beantworten will.

Laut Daniela Jansen, Landesvorsitzende der AsF, kommen die Frauen der Arbeitsgemeinschaft aus unterschiedlichen Ecken. Zum einen gebe es Frauen aus der 68er-Generation, die sich als Kämpferinnen für die Rechte der Frau verstünden, zum andern seien da aber auch Frauen um die 40, die ganz andere Fragen hätten. „Die wollen beispielsweise wissen, was ihnen das Engagement für eine Partei bringt“, sagt Jansen.

„Wir können was, wir sind stark, und wir wollen zeigen, was wir können.“ Das ist laut Ye-One Rhie, Referentin im Wirtschaftsministerium NRW, das Credo der jungen Frauen. Und die wollen demnach vor allem gleiche Chancen für Männer und Frauen. Das Thema „Frauen und Arbeit“ ist bei der AsF folgerichtig der Arbeitsschwerpunkt in den kommenden Monaten.

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Kinderbetreuung, Pflege, Rente sowie Beschäftigungsbedingungen und Chancengleichheit sollen dabei genau unter die Lupe genommen werden. Wichtig ist den Sozialdemokratinnen dabei, die Alltagserfahrungen von Frauen in die Wahlprogramme der SPD für Bund und Land einfließen zu lassen. Dafür suchen sie den Kontakt zu Expertinnen und Bürgerinnen: Aber auch die Männer sind dabei gefragt.

Aus welch unterschiedlichen Ecken die Frauen der AsF kommen zeigt sich beispielsweise bei Natalie Djurkovic: Sie ist hauptamtliche Mitarbeiterin bei „Frauen helfen Frauen“ und wird dabei mit Themen wie Ehrenmord, Genitalverstümmlung und Zwangsprostitution konfrontiert.

Sie bringt eine ganz andere Sicht der Dinge in die Runde und macht sich auf politischer Ebene stark für „ihre“ Frauen. Immerhin haben sich die finanziellen Zuwendungen für Frauennotrufe und Beratungsstellen in den letzten sechs Jahren laut Daniela Jansen deutlich erhöht.

Die Stärke des AsF mag dann auch gerade darin liegen, dass ganz unterschiedliche Frauen mit unterschiedlichen Biografien zu Wort kommen. Und alle sind der Meinung: „Der Feminismus ist kein überholtes Konzept“. Neben allen theoretischen Fragen nimmt die AsF aber auch ganz konkrete Projekte in Angriff.

So hat sie sich dafür eingesetzt, dass Aachens dunkle Ecken besser beleuchtet werden. „Angsträume“ wie Westbahnhof, Turmstraße und Alexianergraben sind demnach heute Dank ihres Engagements besser ausgeleuchtet, so die AsF. Wer weitere Vorschläge zur Beseitigung von „Angsträumen“ hat, kann eine Mail an yeone.rhie@spd-aachen.de senden.

Neuer Vorstand

Seit Juni präsentiert sich die AsF Aachen mit neuem Vorstand: Die bisherige Vorsitzende Daniela Jansen, die gleichzeitig Landtagsabgeordnete ist, wurde zur Ehrenvorsitzenden gewählt. Als Landesvorsitzende bleibt sie der AsF auch weiterhin erhalten. Neue Vorsitzende ist die Politologin Anne Pauli (29). Ihre Stellvertreterinnen sind Ye-One Rhie (29), Referentin im Wirtschaftsministerium NRW, und Anna Wilhelmi (24), Studentin der Politikwissenschaft.

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