Aachen - Neubau nahe Antoniusstraße: Helmut Falter investiert fünf Millionen Euro

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Neubau nahe Antoniusstraße: Helmut Falter investiert fünf Millionen Euro

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
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Auf dem Eckgelände von Nikolaus- und Antoniusstraße soll mit einem kombinierten Wohn- und Geschäftshaus das komplette Areal zwischen Büchel und Großkölnstraße aufgewertet werden. Foto: Harald Krömer

Aachen. Helmut Falter (75) hat noch Großes vor. Seit Jahren stößt dem Seniorchef der Mayerschen Buchhandlung ein bestimmter Zustand mitten in der Stadt übel auf.

Nicht weit vom Mutterhaus in der Buchkremerstraße besitzt er in der Nikolausstraße direkt an der Parkhausausfahrt einige kleinere Grundstücke, die als Stellplätze für die Bediensteten der Mayerschen genutzt werden. Die Nähe zum „Sträßchen”, Aachens heruntergekommener Bordellmeile in der Antoniusstraße, macht den Gang zu den Parkplätzen nicht sonderlich angenehm. „Vor allem nachts”, erklärt Falter, „ist das ein gefährliches Pflaster”.

Nägel mit Köpfen

Nun will er dort mit einem fünf Millionen Euro teuren Neubauprojekt Nägel mit Köpfen machen. An seine vier Grundstücke grenzt ein etwa 350 Quadratmeter großes städtisches Areal, auf dem bis 2008 die Kehrmänner ihre Werkzeuge abstellten. Falter will es kaufen und auf der dann insgesamt 1300 Quadratmeter großen Fläche auf der Ecke zur Antoniusstraße ein bis zu vierstöckiges Haus mit „Kleingewerbe im Unter-, Erd- und dem erstem Obergeschoss” sowie „erschwinglichen Wohnungen” darüber bauen.

Das alles brachte der erfahrene Geschäftsmann zuvor den politischen Entscheidungsträgern und der Verwaltung nahe, so dass der Liegenschaftsausschuss in der Sitzung am Dienstag ohne große Diskussion seine Zustimmung gab. Denn den Politikern ist die Antoniusstraße immer mehr ein Dorn im Auge. Vor Jahrzehnten, so Falter, habe er mit dem verstorbenen Jost Pfeiffer bereits über eine Verlegung des Sträßchens geredet. Pfeiffer damals: „Helmut, das wird nie etwas.”

Jetzt wittert man Morgenluft, da, wie berichtet, auch die Rotlichtaktivitäten in der Krise sind und sich Leerstand im Sträßchen breit macht. So gib es Pläne, den Strich in der Mitte der Antoniusstraße zu konzentrieren. Auf alle Fälle, das ist für Falter sonnenklar, „muss am Anfang der Straße ein Sichtschutz her”. Ob das Sträßchen dann irgendwann ganz verschwinde, sei letztlich auch Sache der Bezirksregierung.

Die Idee zu dem Gebäude mit kleinen Geschäften zwischen 40 und 50 Quadratmetern, die Kunsthandwerk oder Dritte-Welt-Angeboten präsentieren sollen, kam Falter, als er sich wieder an eine Reise nach San Francisco erinnerte. Dort, im alten Hafenviertel „Fisherman´s Wharf”, gibt es eine umgebaute alte Schokoladenfabrik - „da waren so viele nette, kleine Geschäfte”, dass es eine richtige Freude gewesen sei dort am Pazifik, schwärmt Falter noch heute.

Und ähnlich soll es nun werden an der Ecke Nikolaus-/Antoniusstraße. Mit dem neuen Nachbarn, der die weit größere Einkaufsmall „Bel Etage” am Büchel bauen will, habe er sich zusammengesetzt. „Der Bauherr Strabag”, sagt Falter, sei sehr davon angetan, dass direkt neben dem eigenen Vorhaben auf der Fläche des abgerissenen Parkhauses Büchel zeitgleich eine angrenzende Baugrube entstehen wird; beide Investoren könnten dadurch Kosten sparen.

Der Startschuss soll im April 2011 fallen, so ist es mit der Strabag abgesprochen. Das Gebäude werde geplant im historisierenden Industriestil, das Innenleben soll kleinteilig und flexibel aufteilbar sein. Bei den Kosten für den Grunderwerb kalkuliert Falter mit dem Satz des Mietspiegels, etwa 1000 Euro pro Quadratmeter in dieser Lage. Das komplette Investitionsvolumen schätzt der Unternehmer „auf etwa fünf Millionen Euro” und sinniert: „So richtig rentabel wird das wirklich nicht werden.”
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