Aachen - Nette Ecken abseits der Von-Coels-Straße

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Nette Ecken abseits der Von-Coels-Straße

Von: Peter Langohr
Letzte Aktualisierung:
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Treffpunkt Neue Mitte: Bezirksbürgermeisterin Elke Eschweiler ist gerne unter Menschen, und die kommen in Eilendorf gerne in dem Einkaufsbereich auf dem ehemaligen Geulen-Parkplatz zusammen.

Aachen. Als Treffpunkt für den Spaziergang mit den „Nachrichten“ hat Bezirksbürgermeisterin Elke Eschweiler Eilendorfs Neue Mitte an der Von-Coels-Straße vorgeschlagen. Die Begründung für ihre Wahl liefert sie sogleich mit und beantwortet damit auch die Frage nach ihrem Lieblingsort: „Ich bin immer gerne dort, wo auch die Menschen sind.“

Der Lieblingsort: Da kann sie in der Tat an diesem sonnigen Nachmittag kaum einen besseren Platz finden als die Neue Mitte auf dem ehemaligen Parkplatz des Saaltheaters Geulen, wo sich ganz Eilendorf trifft, um im Supermarkt oder im Drogeriemarkt einzukaufen oder im neu eröffneten Eiscafé eine süße Erfrischung zu genießen. Allerdings ist damit die Auswahl an Plätzen, an denen sie sich gerne aufhält, keineswegs erschöpft.

Ihre Aufzählung macht deutlich, dass es nach dem Motto „Eilendorf hat was“ an vielen Stellen des Stadtbezirks schöne Flecken gibt, die zum Verweilen einladen, wie etwa der Park in der Moritz-Braun-Straße unweit der Pfarrkirche St. Severin, die Grünfläche im Dreieck zwischen Steinstraße, Friedrich-Wilhelm-Straße und Hansmann-straße, der Höhenzug am Prunkweg mit seinen tollen Ausblicken in den Aachener Talkessel, in die Eifel und die Städteregion oder architektonische Schmuckstücke wie der Severinusplatz mit dem imposanten Pannhaus, Eilendorfs ältestem Gebäude. Beim Rundgang durch den Stadtbezirk fällt auf, dass es noch viel alte Bausubstanz gibt, darunter zahlreiche Häuser, die von ihren Besitzern liebevoll restauriert wurden. Ungewöhnlich hoch dabei die Zahl sehenswerter Bruchsteinhäuser wie etwa der Pfadfinderhof in der Steinstraße.

Das größte Problem: Auf Probleme in Eilendorf angesprochen, betont die Bezirksbürgermeisterin, dass sie das Wort „Problem“ nicht mag. „Nach meiner Auffassung lenkt es den Blick zu sehr auf die Schwierigkeiten einer Sache und verstellt so den Blick auf die Lösungen. Daher spreche ich lieber von Chancen.“ Zunächst bekräftigt sie, dass Eilendorf dringend ein Marketingkonzept brauche, um die Außendarstellung des Stadtbezirks zu verbessern.

Zu diesem Zweck hat sich ein Runder Tisch konstituiert, dem die IG Handel, Handwerk und Gewerbe, die IG Eilendorfer Vereine, die Kirchen, die Bezirksverwaltung und die politischen Parteien angehören. Das Gremium will eine Strategie entwickeln, um Investoren, Gewerbetreibende, aber auch Fachärzte davon zu überzeugen, dass es Gewinn bringt, sich in Eilendorf zu engagieren oder dort niederzulassen.

Eine weitere Baustelle ist das Thema Verkehr. Ganz oben auf der Tagesordnung steht immer noch die Umgehungsstraße, die für eine spürbare Entlastung der mit mehr als 20.000 Fahrzeugen pro Tag hinsichtlich Lärm und Schadstoffbelastung arg strapazierten Von-Coels-Straße sorgen soll. Obwohl das Projekt seit gut einem Vierteljahrhundert im Gespräch und mit hoher Priorität versehen ist, sieht Elke Eschweiler angesichts der Misere der öffentlichen Haushalte derzeit bestenfalls mittelfristig Chancen für die Realisierung.

Schwierige Verhältnisse herrschen auch an anderen Stellen des Eilendorfer Verkehrsgeschehens. So hat sich die Einmündung der Heckstraße in die Von-Coels-Straße zu einem Unfallschwerpunkt entwickelt, an dem die Bezirksbürgermeisterin trotz der verbesserten Beschilderung weitere Maßnahmen für erforderlich hält. Aber auch eine innerörtliche Verkehrsachse wie die Verbindung Steinstraße/Brückstraße weise mit dem schwierigen Knoten an der Kreuzung mit der Severinstraße Handlungsbedarf auf.

Dann ist da zu guter Letzt der Bahnverkehr der gleich dreifach die Eilendorfer Bezirkspolitik beschäftigt. Ganz neu auf der Agenda steht das dritte Gleis zwischen Aachen und Köln für Hochgeschwindigkeitszüge wie den Thalys mit der Aufgabe, die Belastungen für Eilendorfer Bürger, die nahe an der Bahnstrecke wohnen, so gering wie möglich zu halten.

Da ist auch die schwierige Bahnsteigsituation am Eilendorfer Bahnhof. Während der Bahnsteig für Züge in Richtung Stolberg oder Köln vom Zentrum Eilendorfs leicht über die Hansmannstraße zu erreichen ist, muss für Züge in Richtung Aachen ein großer Umweg über den Fingerhutsmühlenweg in Nirm in Kauf genommen werden. Und schließlich wünscht sich Eschweiler, dass neben der Euregiobahn wieder mehr Regionalzüge in Eilendorf halten, um das Bahnfahren vor allem für Berufspendler in Richtung Köln attraktiver zu machen.

Die besten Aussichten: Euphorie ist sicher nicht das Ding von Elke Eschweiler, aber sie ist erkennbar zufrieden mit dem, was sich in Eilendorf tut und getan hat. Da ist zunächst der Umbau des Eilendorfer Bezirksamts zu nennen, der gerade begonnen hat und aus dem leicht angestaubten Bau der sechziger Jahre ein modernes Servicecenter machen soll. In voller Aktion sind trotz der Sommerferien die Baumaßnahmen im Neubaugebiet Breitbenden, das zusehends Konturen annimmt. Zu sehen sind bereits die Markierungen für den dort geplanten Grünzug, so dass wohl bald mit dessen Realisierung begonnen wird.

Diese Hoffnung hegt Elke Eschweiler auch in Bezug auf die Renaturierung des Haarbachs im Bereich der Kläranlage und am Nirmer Platz. An beiden Stellen sind schon vor einiger Zeit mit dem Fällen von Bäumen oder dem Roden von Gebüsch die Vorarbeiten erledigt worden. Auf einem guten Weg sieht die Bezirksbürgermeisterin auch die Eilendorfer Schulen. Besonders erfreulich sei die Entwicklung der Montessori-Grundschule. Das mache Hoffnung, vielleicht einmal ein weiterführendes Montessori-Angebot in Eilendorf einrichten zu können.

Als ein Pfund, mit dem man im besonderen Maße wuchern könne, nimmt sie die Eilendorfer Vereine wahr. Deren große Anzahl – je nach Zählweise sind es mehr als fünfzig – und unglaubliche Vielfalt seien in besonderem Maße prägend für den Erhalt des dörflichen Charakters im Wandel zu einem modernen Stadtbezirk. „Bestehendes bewahren und für Neues offen sein“, mit dieser Devise könne Eilendorf auch in Zukunft bestehen und ins Auge gefasste Projekte wie den Ausbau des Wanderwegenetzes oder die Anlage eines Naturschwimmbads angehen.

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