Aachen - Neonazistische Sprühaktionen: Hakenkreuz und Morddrohungen

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Neonazistische Sprühaktionen: Hakenkreuz und Morddrohungen

Von: Michael Klarmann
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Im Aachener Süden ist es in der Nacht von Freitag auf Samstag zu Sprühaktionen durch Neonazis gegen Antifaschisten oder als Gegner angesehene Bürger gekommen.

Insgesamt wurden laut Polizei am Wochenende fünf Sprühaktionen mit rechtem Hintergrund zur Anzeige gebracht. Der Staatsschutz der Polizei hat die Ermittlungen übernommen.

Laut Polizeisprecher Paul Kemen haben die noch unbekannten Täter in den Ortsteilen Brand, Kornelimünster und Oberforstbach „Parolen und Symbole mit rechtsradikalem Hintergrund gesprüht”. Die Polizei habe entsprechende Beweise gesichert. Alle Taten seien am Samstagmorgen entdeckt worden. Mehr wollte Kemen aus ermittlungstaktischen Gründen nicht mitteilen.

Ein 15 Meter langer und fast zwei Meter hoher Schriftzug auf der Fassade der Schwimmhalle in Brand war dabei die größte Schmiererei. Hier hinterließen die Täter eine fremdenfeindliche Parole und ein Hakenkreuz. Opfer der zum Teil mit Morddrohungen gespickten Sprühattacken waren nach Recherchen der „Nachrichten” aber auch Menschen, die sich entweder gegen Neonazis engagieren oder aus anderen Gründen zum Feindbild der Rechten wurden.

Täter konnten fliehen

So sprühten gegen zwei Uhr am frühen Samstagmorgen mindestens zwei Neonazis auf den Bürgersteig vor dem Haus einer Familie in Oberforstbach mit weißer Sprühfarbe die Losung: „Kommunisten töten!” Die Familie war schon mehrfach Ziel von Neonazi-Attacken und Morddrohungen der Neonazi-Schlägerbande „Kameradschaft Aachener Land” (KAL) gewesen.

Zwar wurden die Täter vom Wochenende erstmals bei der Sprühaktion in Oberforstbach überrascht, konnten jedoch fliehen. Aufgefundene Materialien nähren derweil den Verdacht, dass die Täter möglicherweise auch noch die Fenster am Haus der Familie einwerfen wollten.

In dieser Nacht sprühten möglicherweise dieselben Täter in Kornelimünster auch Drohungen gegen einen Antifaschisten auf die Straße vor einem Haus, in dem der Betroffene zeitweise gewohnt hat. Zum Namen des jungen Mannes sprühten sie die Morddrohung, man werde ihn „töten!” Zudem hinterließen die Neonazis ein Hakenkreuz und das Wort „Judensau” auf den Asphalt. Schon vor einer Woche waren bis zu 15 Neonazis vor dem Haus aufgelaufen und hatten verbale Drohungen ausgestoßen.

In Brand sprühten die Neonazis ein Hakenkreuz - vor dem Pfarrzentrum der katholischen Gemeinde St. Donatus. Das Gros der Schmierereien vom Wochenende wurde unterdessen wieder entfernt oder überstrichen.
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