Aachen - Neonazis protestieren gegen neue Moschee

Neonazis protestieren gegen neue Moschee

Von: Michael Klarmann
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Mitte März begannen an der Stolberger Straße die Abrissarbeiten der viel zu klein gewordenen bisherigen Moschee, einer ehemaligen Tankstelle. Die Gemeinde finanziert den Neubau ihres Gotteshaus vollständig aus eigenen Mitteln. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Neonazis fallen seit Monaten durch Gewalttaten, Farbattacken auf Parteibüros oder gegen den jüdischen Friedhof auf - nun wollen sie abermals durch Aachen marschieren.

Sie haben angekündigt, dass sie am 25. September mit einem fremdenfeindlichen Hetzmarsch gegen den Neubau der Moschee im Ostviertel protestieren wollen.

Organisator des Aufmarsches ist wieder der Pulheimer Hitler-Fan Axel Reitz. Unterstützt wird er dabei von dem Dürener NPD-Chef, Ingo Haller.

Reitz hatte schon 2008 provokativ zum 70. Jahrestag der Nazi-Po-gromnacht in Aachen einen volksverhetzerischen Aufmarsch angemeldet. An Heiligabend 2008 und im Herbst 2009 waren in Aachen weitere Aufmärsche von dem wegen seiner berüchtigten Hetzreden bekannten Pulheimer organisiert worden.

An den Aufmärschen nahmen zwischen 40 und 100 Neonazis teil. Der Mittzwanziger kann hat bereits eine Haftstrafe verbüßt, verhängt gegen ihn unter anderem wegen eines Volksverhetzungsdeliktes.

Reitz hat nun via Internet vollmundig angekündigt, dass man im August und September im Rahmen von „Aktionswochen” Infostände und Verteilaktionen in Aachen und der Region gegen den Moscheebau abhalten will.

Am 25. September wollen er und die „Kameraden” dann um 12 Uhr am Hauptbahnhof aufmarschieren. Demonstriert werden soll gegen den Moschee-Neubau durch die Türkisch-Islamische Gemeinde zu Aachen (DITIB). Die Neonazis wollen sich „Querstellen gegen Überfremdung” und zeigen: „Aachen bleibt unsere Stadt!”

Vor einigen Monaten haben in der Stolberger Straße die Umbauarbeiten der DITIB begonnen. Auf dem Gelände sollen die Yunus-Emre-Moschee und ein Begegnungszentrum entstehen. Wegen der guten Kooperation zwischen DITIB, Politik, Verwaltung und Kirchen hatte es wegen des Neubaus, anders als in anderen Städten, kaum Misshelligkeiten gegeben.

Der Vorstand der Türkisch-Islamischen Gemeinde bedankte sich unlängst daher „im Namen der Gemeinde für die breite Unterstützung aus der Aachener Bevölkerung, der Politik, der Wirtschaft, der Verwaltung und den Aachener Medien”.

Schon 2008 angekündigt

Schon nachdem der Aachener Stadtrat im Herbst 2008 grünes Licht für den Neubau der Moschee im Ostviertel gegeben hatte, kündigten Neonazis und NPD an, verstärkt Stimmung gegen die Baupläne machen zu wollen - „schon in den nächsten Tagen”. Seitdem waren rechtsextreme Aktionen diesbezüglich jedoch ausgeblieben - nun aber ist es der braunen Szene damit ernst.
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