Aachen - Nasser Start in die Radsaison

Nasser Start in die Radsaison

Von: Karen von Schmieden
Letzte Aktualisierung:
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Schon beim Start am Willy-Brandt-Platz ziemlich durchnässt: Etwa dreißig Radler brachen am Samstag zur Eröffnungstour in den diesjährigen Fahrradsommer auf. Foto: Leah Hautermans

Aachen. Von Sommerwetter kann keine Rede sein, dafür sind jede Menge Drahtesel auf dem Willy-Brandt-Platz: Trotz Wetter und Weltmeisterschaft haben sich am Samstag rund dreißig Zweirad-Fans eingefunden, um die Eröffnungstour des 16. Aachener Fahrradsommers zu erproben. „Die Alternative war, mit dem Kleinsten zu Hause herumzusitzen”, sagt Henning Hoffmann, der mit seinem siebenjährigen Sohn Jaro auf die familienfreundliche Tour geht.

„Ein Erlebnis ist es allemal.” Rosemarie Schmitz ist schon öfter mitgeradelt: „Fünf, sechs Mal war ich dabei - nicht alle 16 Jahre, aber doch einige davon. Da hatte ich eigentlich immer gutes Wetter, außer im letzten Jahr.”

Vorwiegend ebene Strecke

Mit Helm, Regenponcho und Turnschuhen gut ausgerüstet und begleitet von Fahrern des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) brechen die Teilnehmer Richtung Osten auf. Einige Autofahrer quittieren den Anblick der Radlerkette mit einem Hupkonzert. In den nächsten Wochen sollten sie sich allerdings an die Radler, die Aachens Nachbarschaft erkunden, gewöhnen.

Dietmar Kottmann, Vorstandsmitglied des Aachener Geschichtsvereins, und Friedhelm Schepers, Mitarbeiter im Ruhestand des Fachbereichs Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen, haben die Route ausgearbeitet. Ihre 14 Kilometer lange Tour führt durch den Atscher Wald nach Stolberg zum Museum Zinkhütter Hof. Wer dann noch möchte, kann sich mit dem Rad auf den Rückweg machen - oder mit der Euregiobahn nach Hause fahren.

Bis auf eine Steigung an der Kahlgrachter Mühle ist das Gebiet der Tour eben. „Die 50 Höhenmeter verteilen sich an dieser Stelle am besten”, beschwichtigt Dietmar Kottmann. Junge Wilde, die vorneweg preschen, oder gemütliche Sonntagsradler, die den Windschatten ausnutzen - jeder findet in der Gruppe sein Tempo.

Von der Innenstadt geht es recht flott in Wald und Wiese. Erst kreisen die Radler noch um den Europaplatz, im nächsten Moment biegen sie ab und sind mitten im Grün. „Das ist ja schön hier”, staunt Jaro, als die Gruppe Verkehrsgeräusche und Blechkolonnen hinter sich lässt. Jetzt kreuzen nicht mehr Autofahrer, sondern empörte Entenfamilien den Weg der Ausflügler.

An der Welschen Mühle in Haaren machen die Radler zum ersten Mal Rast. „Sie befand sich im Besitz der Grafschaft von Schleiden, bis sie von der Reichsstadt Aachen angekauft wurde.” Dietmar Kottmann liefert geschichtliche Fakten und Anekdoten, um den historischen Rahmen der Tour ins Licht zu rücken. Ihn begeistert besonders das Sebastianuskreuz, das schon seit 1417 auf dem höchsten Punkt des Haarbergs steht. „Natürlich wurde es mit der Zeit immer wieder erneuert, aber die Position hat eine Kontinuität von rund 600 Jahren.”

Im Laufe des Sommers folgen weitere geführte Geschichtstouren. Alle Veranstaltungen im Rahmen des 16. Aachener Fahrradsommers und eine genaue Routenbeschreibung sind im Internet auf http://www.aachen.de zu finden.
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