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„Nakba”-Ausstellung: Eskalation der Debatte soll vermieden werden

Von: Gerald Eimer
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Allen Sorgen und Bedenken der jüdischen Gemeinde und weiterer Verbände zum Trotz, sieht sich die evangelische Kirche mit ihrem Vorhaben, die Ausstellung „Die Nakba - Flucht und Vertreibung der Palästinenser 1948” in Aachen zu zeigen, auf einem guten Weg.

Die unterschiedlichen Ansichten über die Ausstellung konnten zwar auch in einem „langen und intensiven Gespräch” zwischen den beiden Spitzenvertretern Superintendent Hans-Peter Bruckhoff und Robert Neugröschel, Vorsitzender der jüdischen Gemeinde, nicht ausgeräumt werden. Beiden Seiten sei jedoch nicht an einer Zuspitzung der Debatte gelegen.

Eine Eskalation wie zuletzt in Düsseldorf, wo die schwer umstrittene Ausstellung vorzeitig abgebrochen wurde, wolle man in Aachen unbedingt vermeiden. „Das wäre sicher auch gut für die Diskussionskultur in unserer Stadt”, meint Bruckhoff, der um den Vorwurf der einseitigen Ausrichtung weiß.

Um den israelisch-palästinensischen Konflikt zu verstehen, müsse man es laut Bruckhoff jedoch in einem ersten Schritt auch aushalten, „jede Seite in ihrer Parteilichkeit wahrzunehmen”. Dazu gehöre es etwa, den Palästinensern Raum für ihr Leid und ihre traumatisierenden Erfahrungen zu geben.

Demgegenüber haben Kritiker die Sorge, dass „die gewollt einseitige Darstellung” antiisraelischen und antisemitischen Tendenzen Vorschub leisten könne. So bemängelt die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, das wesentliche Ereignisse, die zur Gründung des Staates Israel 1948 führten, ausgeblendet werden. Dazu zähle etwa die Verstrickung palästinensischer Führer mit dem Naziregime und auch die Vertreibung der Juden aus arabischen Ländern. Verschwiegen werde auch die Mitverantwortung arabischer Führer am Krieg und die fehlende Bereitschaft, Palästinenser zu integrieren. Ihre Notlage in den Flüchtlingslagern werde bis heute für antiisraelische Propaganda missbraucht.

Das evangelische Erwachsenenbildungswerk arbeitet noch an einem Begleitprogramm, um auch diese Punkte zu beleuchten und weitergehende Diskussionen zu eröffnen. Es wäre vielleicht bequemer die Ausstellung nicht zu zeigen, sagt Bruckhoff, eine kontroverse Debatte „einfach wegzudrücken”, wäre jedoch aus seiner Sicht „kein guter Weg”.

Anfang Mai sollen Inhalt und Begleitprogramm der „Nakba”-Ausstellung vorgestellt werden. Gezeigt wird sie vom 7. bis 21. Mai im Haus der evangelischen Kirche, Frère-Roger-Straße 8-10.
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