Aachen - Nagelprobe in der Mofa-AG

Nagelprobe in der Mofa-AG

Von: Juliane Kern
Letzte Aktualisierung:
schulanfang-3sp-bu
Herbert Strohmayer (rechts), Leiter der Hugo-Junkers-Realschule, sein Stellvertreter Klaus Rübsteck und Konrektorin Inge Puschendorf haben die neue Kletterwand schon ausprobiert. Ab Montag sind dann die Kinder dran. Foto: Harald Krömer

Aachen. Die Sommerferien sind vorbei, und mit dem neuen Schuljahr hat es an vielen Aachener Schulen Veränderungen gegeben, an den Gebäuden, in den Stundenplänen, im Schulkonzept. Das ist auch an den drei weiterführenden Schulen des Aachener Ostviertels so, die sich ab dem Schuljahr 2010/11 in einem Schulverband vernetzen werden.

Ein Überblick:

Hugo-Junkers-Realschule: Noch gibt es hier keinen Ganztagsbetrieb, doch mit Blick auf den Schulverband Ost haben Schulleiter Strohmayer, sein neuer Stellvertreter Klaus Rübsteck und Konrektorin Inge Puschendorf erste Weichen gestellt. Seit dem Frühjahr bietet die Schule Hausaufgabenbetreung und Silentium an, im neuen Schuljahr gibt es noch mehr Arbeitsgemeinschaften: Fototechniken in der Kunst, Foto und Film am PC, Gewaltprävention, Tanzen und Klettern.

Neu sind auch die Elternseminare zu Erziehungsthemen. Apropos Eltern: Sie sollen im Herbst, bei einer hauseigenen Berufsmesse, ihre Arbeitsplätze vorstellen. Ziel des Angebots: „Wir möchten, dass sich wieder mehr Schüler nach dem Realschulabschluss auf eine Ausbildung konzentrieren”, erklärt Strohmayer.

Eine gute Möglichkeit auszuprobieren, ob der Schulverband funktionieren kann, ist die Mofa-AG. Sie wird im neuen Schuljahr erstmals für die Hauptschüler und Gymnasiasten des Viertels offen sein. Und die Resonanz ist schon jetzt groß.

Auch wenn immer mehr Kurse in den Mittags- und Nachmittagsstunden stattfinden: Eine Mensa gibt es noch nicht. Das dürfte sich aber mit der Einführung des Ganztags im nächsten Schuljahr ändern. „Und wenn es mit den notwendigen Arbeiten nicht so schnell klappt: Das Geschwister-Scholl-Gymnasium und die Hauptschule haben bereits ihre Bereitschaft erklärt, unsere Schüler zum Mittagessen aufzunehmen.”

Die Entscheidung, ob die Hugo-Junkers-Realschule zum gebundenen Ganztag übergehen wird, fällt übrigens die Schulkonferenz. „Ich bin aber sehr zuversichtlich, dass das klappt”, sagt Strohmayer.



Geschwister-Scholl-Gymnasium: Viel Raum für die Gestaltung der unterrichtsfreien Zeiten erwartet die Schüler des Geschwister- Scholl-Gymnasiums (GSG) am Montag. Pünktlich zum Start in den gebundenen Ganztag sind Leise-Spiel-Raum, Aufenthaltsraum und Musikraum fertig geworden. Hier können die 43 Schüler der 5. Klassen, die als erste in den gebundenen Ganztag starten, aber auch die älteren Schüler, die schon am modifizierten Ganztag teilnehmen, größere Pausen und Freistunden verbringen.

Das Konzept des gebundenen Ganztags: Montags, mittwochs und donnerstags haben die Schüler von 8 bis 16 Uhr Unterricht, dienstags und freitags ist schon um 13.15 Uhr Schluss. „Wir garantieren Eltern, die darauf angewiesen sind, aber auch an diesen Tagen eine verlässliche Betreuung bis 16 Uhr”, erläutert Schulleiter Klaus Becker. So werden am Nachmittag Sport-AG, eine Tanzwerkstatt, Gitarrenkurse und Theaterprojekte angeboten.

Im Herbst soll die Mensa erweitert werden, die mit dem schrittweisen Ausbau des gebundenen Ganztags immer mehr Schüler nutzen.

Neu an der Schule ist Dr. Manfred Birmans als stellvertretender Schulleiter. Birmans, der im Ostviertel aufgewachsen ist, brennt darauf, „loslegen zu können”.



Hauptschule Aretzstraße: Eigentlich hätten sie schon längst auf dem Schulhof installiert werden sollen, die neuen Sportgeräte. Doch jetzt müssen sich die Schüler wohl noch ein paar Tage gedulden, bis sie an den Fitnessgeräten ihre Muskeln stählen können.

Schon fertig ist dagegen die neue Küche für den Ganztag. „Die war seit Jahren überfällig”, sagt Schulleiter Manfred Paul und freut sich, dass die Schüler der Klassen 9 und 10, die ihre Mitschüler im Rahmen des Projektunterrichts „Schüler kochen für Schüler” täglich mit einem preisgünstigen, gesunden und leckeren Essen versorgen, nun genug Platz zum Gemüseputzen haben.

Rund 75 Prozent der Kinder und Jugendlichen an der Hauptschule Aretzstraße haben einen Migrationshintergrund. Mit der Einführung von Türkisch und Französisch als zweiter Fremdsprache will Paul ihren besonderen Bedürfnissen gerecht werden.

„Die Kinder fühlen sich oft in keiner Sprache richtig zuhause. Deutsch ist nicht ihre Muttersprache, und in ihrer Muttersprache fehlen ihnen oft die notwendigen Grammatikkenntnisse.” Mit dem Unterricht, der sich vor allem an Kinder richtet, deren Muttersprache Türkisch oder Französisch ist und der mittelfristig um Russisch, Bosnisch, Serbisch oder Arabisch erweitert werden könnte, möchte Paul ihre schon vorhandenen sprachlichen Fähigkeiten fördern und ausbauen.

Wie sein Kollege von der Realschule will auch Manfred Paul mehr Jugendliche in Ausbildung vermitteln. Deshalb hat er für Schüler, deren Begabungen eher im praktischen Bereich liegen, vor zwei Jahren eine Profilklasse eingerichtet. Durch verschiedene Praktika, darunter ein Langzeitpraktikum, und einen Berufsschultag will er die Mädchen und Jungen gezielt auf das Berufsleben vorbereiten. „Die Betriebe sollen uns dann melden, wie sich die Schüler entwickeln. So können wir noch vorhandene Defizite ausgleichen”, erläutert Paul.

Die Bilanz kann sich sehen lassen. 60 Prozent der Schüler haben diesmal eine Ausbildung bekommen, drei von ihnen sogar in ihrem Traumberuf Kfz-Mechaniker.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert