Aachen - Närrische Ratssitzung: Politische Spitzen und viel Selbstironie

Närrische Ratssitzung: Politische Spitzen und viel Selbstironie

Von: Tobias Dammers
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Ulla Thönnissen
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„Oche Alaaf!“: Oberbürgermeister Marcel Philipp kam bei den Jecken prima an.
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Aachen, eine Baustelle: Baudezerentin Gisela Nacken konnte gut über sich selbst lachen.
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Sie trieben den Aachenern die Lachtränen in die Augen: Die „Vier jecke Wiver van d‘r Fraktionsflur“ um Ellen Begolli, Sigrid Moselage, Daniela Lucke und Caroline Herff (v.l.). Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Am Ende waren sie nicht mehr zu unterscheiden. Wer war noch mal Ratsfrau oder Ratsherr? Wer gehört zu welcher Fraktion? Wer stürmte als einfacher Jeck das Rathaus? Angeführt von der Öcher Penn und dem AKV feierten und schunkelten die Aachener Narren im bunt geschmückten Foyer des Rathauses einen lautstarken, lebhaften Auftakt in die heiße Phase des Karnevals.

Die meisten der Piraten, Teufel und Hexen sind erfahrene Narren, sie wissen genau, wie so eine Erstürmung des Rathauses auszusehen hat: selbstironische Politiker, gute Laune, zwei oder drei Bierchen und ein entmachteter Oberbürgermeister. Politik adé, die nächsten Tage!

Sogar die Parteien sind einstimmig dafür. Wo CDU und Linke einer Meinung sind, da muss etwas Besonders passieren. Etwas, wie die närrische Ratssitzung im Öcher Karneval. Fraktionsübergreifend beweisen die Ratsmitglieder Humor, ein dickes Fell und beachtliche Bühnenqualitäten. Von wegen langweilige Politiker, die „Vier jecke Wiver van d‘r Fraktionsflur“ treiben den versammelten Aachenern die Lachtränen in die Augen.

„Sön wür zu versteche?“, schmettert die glänzend aufgelegte Ellen Begolli (Die Linke) dem Publikum in bestem Platt zu. Die Kollegen und Jecken verstehen sofort: Begolli spielt auf den Umzug der Fraktionen zum Katschhof hin an. Mit ihren Ratskolleginnen Caroline Herff (CDU), Sigrid Moselage (FDP) und Daniela Lucke (SPD) dichtet sie kurzerhand Karnevalsklassiker wie „Super jeile Zick“ oder Wolfgang Petrys „Wahnsinn“ um. So erfährt das Publikum ganz nebenbei von hellhörigen Wänden im neuen Gebäude oder Männermangel auf dem Fraktionsflur.

Ohne lokalpolitische Spitzen und Pointen geht nichts bei dieser „Ratssitzung“. Es ist fast so, als würden die aktuellen Probleme wie gewohnt erörtert – nur eben derber, unterhaltsamer und lustiger. Und natürlich mit einer gehörigen Portion Selbstironie. Vom Betreuungsgeld über die unzähligen Baustellen in der Stadt bis hin zur heiß diskutierten Campusbahn bekommt jedes Problem und jeder Verantwortliche sein Fett weg.

In gelb-karierter Weste und ausgelassen mitsingend ist sich auch Oberbürgermeister Marcel Philipp nicht zu schade, die Öcher Narren auf die wichtigen Tage einzustimmen. Philipp kommt an bei den Jecken – den Öcher Penn-Kommandanten umarmt er herzlich, mit dem Prinzen ist er per Du.

Traditionsgemäß übergibt er die Schlüssel zu Stadt und Rathaus dem Prinzen und seinem Hofstaat. Aachen ist jetzt Prinz Thomas II. ausgeliefert. Im Rathaus hat damit sicher keiner ein Problem.

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