Närrische Ratssitzung: Nur beim Singen hapert‘s ein wenig

Von: Georg Dünnwald
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Prächtige Stimmung: Schon beim Einmarsch der Oecher Penn sind Aachens Politiker und die Gäste der närrischen Ratssitzung außer Rand und Band. Das Foyer im Rathaus ist proppenvoll. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Eins vorweg: Die Jecken hatten einen Heidenspaß am Mittwochabend im Rathaus bei der närrischen Ratssitzung. Rappelvoll war das Foyer, mehrere Hundert waren gekommen, um sich über und mit den Politikern, die seltsame Koalitionen bildeten, zu amüsieren.

Und nicht nur Politiker strengten sich an, auch die Karnevals-Profi-Konkurrenz wie die Originale, die Öcher Stadtmusikanten, de Pöngche und die Öcher Troubadoure legten sich ins Zeug. Mit der Rathausgarde Öcher Duemjrofe „op Tour d‘europe än eraav“, dem erstklassigen Auftritt der Oecher Penn mit seinem Invalidenkorps und dem phänomenalen Tanzpaar Nadine Staerk und Frank Radermacher war das von OB Marcel Philipp moderierte Programm perfekt.

Keine der Fraktionen wollte auf einen Programmbeitrag verzichten, mehr oder weniger gut kamen sie an. Die CDU wusste gar den grünen Auswechselspieler Achim Ferrari beim Lied „Krokodilstränen“ in ihren Reihen. Vielleicht war das ja eine Bestätigung für eine Neuauflage der schwarz-grünen Koalition nach den Wahlen am 25. Mai? Vorher trat als „Leihkraft“ die städtische „Nachtwächterin“ Caroline Reinartz auf und verteilte en masse ihre kommunal-scharf -witzig-treffenden Hiebe. Harald Baal (CDU) als Engelchen, Sabine Verheyen (nochmals CDU) Alexander Gilson (wieder CDU) und Wolfgang Vorbrüggen (auch CDU) sangen aus vollem Hals.

Was auch der Linken als Marx-Brothers hervorragend gelang. Nur beim Singen haperte es etwas. Das Beste vom Besten allerdings gelang Patrick Deloi, Tom Merkens, Boris Linden und dem „Überraschungsgast“ Björn Jansen als „Lü van et Lufo met Rote-Zupp-Kultur“: Der Vortrag war einmalig.

Gesangliche Qualitäten müssen nicht sein. Aber schon Auftrittsqualitäten. Die bewiesen die sechs Liberalinnen und Liberalen bei ihrem Vortrag. Vielleicht hoffen sie ihre Fraktion demnächst so stark in den Rat zu bringen wie das Gesangssextett. Nur im Wahlkampf sollten sie besser reden und nicht Lieder schmettern. Hans-Dieter Schaffrath und Sänger Kurt Christ ließen auf der Bühne ihr „Herz für Konfetti überall“ schlagen. Prinz Bernd I. zeigte den Jecken im Saal, wie „jeck Kejser Karl op Karneval mit höm an d‘r Hofstaat Maskenball danzt“. Und der AKV gab eine offizielle Liebeserklärung mit den acht Damen des AKV-Balletts an die Stadt ab. Und dann wurde in drangvoller Enge mächtig gefeiert.

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