Nächtlichen Besuch mit Messer angegriffen: Koch schweigt

Von: Wolfgang Schumacher
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Aachen. Wegen versuchten Totschlags muss sich seit Mittwoch ein Koch vor dem Aachener Schwurgericht verantworten. Die Tat ereignete sich bereits im Jahr 2007 in Aachen, doch der Angeklagte konnte erst im Januar diesen Jahres festgenommen werden. Hintergrund des Prozesses ist eine mysteriöse nächtliche Messerstecherei vor der Wohnung des Angeklagten.

Nach der von Staatsanwalt Wilhelm Muckel verlesenen Anklage soll in der Wirichsbongardstraße in der Nacht des 14. April 2007 folgendes geschehen sein: Drei Männer und eine bislang unbekannte Frau klingelten gegen 23.40 Uhr an dem Mietshaus, in dem der aus Vietnam stammende Angeklagte N. wohnte. Sie machten sich auf den Weg in den vierten Stock, wo der Angeklagte wohnte. Die Unbekannte und ein Mann fuhren mit dem Aufzug, die beiden anderen Männer nahmen die Treppe.

Oben angekommen, habe der Angeklagte in der offenen Wohnungstüre mit einem etwa 20 Zentimeter langen Küchenmesser auf die Ankömmlinge gewartet. Das Duo im Aufzug war zuerst oben. N. habe sich sofort ohne Vorwarnung auf den Mann gestürzt, der zuerst aus dem Aufzug trat, und ihn mit einem Stich in die linke Schulter verletzt. Der Angegriffene habe sich schleunigst wieder in den Fahrstuhl zurückgezogen, hieß es in der Anklageschrift.

Doch da seien bereits die beiden anderen die Treppe hoch gekommen. Wiederum ohne jede Vorwarnung soll der Angeklagte nun auf den nächsten Mann eingestochen haben. Er stach ihm dabei „von unten nach oben“, so Muckel, in den Unterbauch. Der Angegriffene wurde schwer verletzt und überlebte nur durch eine Notoperation im Krankenhaus.

Der von Anwalt Ulrich Gleißner verteidigte Angeklagte wollte sich vor dem Schwurgericht weder zur Tat selber äußern, noch zu den Umständen, wie es zu den Stechereien gekommen war. Auch zu seiner Person wollte er nichts sagen. Der 46-Jährige lebte zuletzt in Berlin, wie die Vorsitzende Richterin Hildegard Tag zum Prozessauftakt erfragte.

Das Verfahren wird am 2. Juli mit Zeugenvernehmungen fortgesetzt. Darunter wid sich eines der Opfer befinden.

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