Aachen - Nächster Anlauf gescheitert: „Stairs“ schließt

Nächster Anlauf gescheitert: „Stairs“ schließt

Von: Heiner Hautermans
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Die Betreiber halten die Theaterstraße 17 für die „wahrscheinlich schönste Lokalität im Raum Aachen und weit darüber hinaus“. Am 31. August läuft die Konzession aus, das „Stairs“ schließt. Foto: Harald Krömer

Aachen. „Für eine Studentenstadt wie Aachen mit demnächst 50.000 Studenten ist es schade. Es ist eine tolle Location und wir habe namhafte Acts gemacht“, sagt Marcin Leczkowski, Geschäftsführer des „Stairs“, der prestigeträchtigen Räumlichkeiten mit goldenen Applikationen an der Theaterstraße 17. Am 31. August ist Schluss, dann läuft die auf zwei Monate befristete Konzession der Stadt aus.

Am Freitag findet noch eine „Official Closing Party“ statt. Und der x-ste Versuch ist gescheitert, in dem ehemaligen Bankgebäude eine erfolgreiche Gastronomienutzung zu installieren.

Eröffnet worden war es nach kostspieligem Umbau1998 vom damaligen Roncalli-Chef Bernhard Paul als Café mit zirzensischem Anspruch. Roncalli hielt immerhin zehn Jahre durch, danach scheiterten mehrere Neustarts – unter anderem als „Grand Café“ – meist nach wesentlich kürzerer Zeit. Die jetzigen Betreiber Marcin Leczkowski und Ibrahim Yadirgi haben die stattliche Immobilie im November 2012 von einer Frankfurter Immobilienholding angepachtet – zu einer „überschaubaren Miete“, wie es Marcin Leczkowski formuliert.

„Der Betrieb lief da schon zwei Jahre wie jetzt auch, die Konzession war da und wir dachten, wir dürften das machen.“ Nämlich Partys in der Woche und Veranstaltungen am Wochenende. Genehmigt aber ist, erläutert Ordnungsamtsleiter Detlev Fröhlke, lediglich der Betrieb eine Schank- und Speisewirtschaft mit gelegentlichen Tanzveranstaltungen am Freitag und Samstag bis 2 Uhr nachts – unter Einhaltung besonderer Lärmschutzvorschriften. Ein Konzept, mit dem kein Geld zu verdienen sei, entgegnet Gastronom Leczowski.

So dampften denn seit Monaten zwei Züge aufeinander zu. „Wir haben alles Mögliche versucht, eine andere wirtschaftliche Lösung zu finden, die den weiteren Betrieb gewährleistet hätte, es hat alles nichts ergeben“, klagen die Betreiber. Schließlich gab es immer wieder Beschwerden von Nachbarn, die sich um ihre Nachtruhe gebracht fühlten.

Einmal wurde das Lokal sogar zwangsweise vom Ordnungsamt geschlossen, anschließend die befristete Konzession erteilt. Um ihre Erlebnisgastronomie mit Club weiterzuführen, wären Investitionen im hohen sechsstelligen Bereich für Brandschutz, Schallschutz und Fluchtwege erforderlich, die aber der jetzige Eigentümer nicht aufbringen wolle, sagt Marcin Leczkowski.

Wolle man beispielsweise die bisherige Obergrenze von 350 Besuchern erhöhen, müssten allein 180.000 Euro an Ablösegeldern gezahlt werden. Von den Eigentümern der Immobilie fühlt er sich bei Pachtantritt unzureichend informiert und in die Irre geleitet, hofft aber, dass er und sein Partner mit geringen Blessuren aus dem „Stairs“ herauskommen: „Wir haben Geld investiert, das ist jetzt weg.“

Nach Angaben der „Stairs“-Betreiber soll das Haus nun verkauft werden, es gebe wohl auch schon einen privaten Interessenten. Ordnungsamtschef Fröhlke findet das Vorgehen der jetzigen Pächter in Ordnung: „Das ist die sauberste Lösung. Sie haben es zwei Monate probiert und festgestellt, es geht nicht mehr.“ Wie es weitergeht, weiß er nicht, das hänge vom künftigen Konzept ab: „Es ist sicher ein nicht ganz einfaches Objekt.“

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