Nacken: „Am Montag wird definitiv kein Baum gefällt”

Von: Achim Kaiser
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Aachen. Zwar stand am Sonntag noch etwas verlassen am Templergraben neben der Bushaltestelle „Technische Hochschule” ein Halteverbotsschild mit dem Zusatz: „Baumarbeiten, 31.10.11, ab 7.30 Uhr.” Doch entfernt wird am Montagmorgen entgegen anderslautenden Meldungen kein einziger Baum.

Das bestätigte Dezernentin Gisela Nacken am Sonntagnachmittag auf Anfrage der „Nachrichten” aus ihrem Urlaubsdomizil außerhalb Aachens: „Definitiv wird am Montag nichts passieren. Es wird kein Baum gefällt.”

Eine derartige Aktion, auf die sich die Gegner der Fällung von 33 Bäumen schon eingestellt und zu einem friedlichen Protest aufgerufen hatten, hätte die Verwaltung auch in arge Bedrängnis gebracht. Denn nach Informationen der „Nachrichten” haben die Stadt und die RWTH gemeinsam die Kanal-, Straßen und - in diesem Zusammenhang ganz wichtig - die Fällarbeiten ausgeschrieben. Und die Frist für diese Ausschreibung endet erst am 7. November. Legt man nun die weiteren notwendigen formalen Abläufe als Zeitfenster zugrunde, könnte der Startschuss für wie auch immer geartete „Baumarbeiten” erst gegen Ende November fallen.

Termin am 10. November

Hinzu kommt, dass Dezernentin Nacken während einer emotionalen, aber sachlich geführten Bürgerinfomationsveranstaltung in der vergangenen Woche die feste Zusage gegeben hatte, mit dem Baumschutz-Bündnis alternative Planungen zum Erhalt der Bäume zu diskutieren. Ein Gesprächstermin ist bereits vereinbart worden. Am 10. November wollen sich die Stadt und Vertreter der sogenannten „Wood-Bürger” noch mal an einen Tisch setzen, um über eine gemeinsame Lösung zu beraten.

Aufgeschreckt durch das eingangs erwähnte Halteverbotsschild mit entsprechender Aufschrift hatten die Baumfällgegner schon am Freitagabend ihr Netzwerk mobilisiert. In einer Mail hatten sie Bürger und Studierende aufgefordert, „sich am heutigen Montag ab 7.30 Uhr in friedlichem zivilem Widerstand schützend vor die Bäume zu stellen”.

Auch Andreas Müller, Fraktionsvorsitzender der Linken, hatte sich am Sonntag noch dem Protest angeschlossen: „Ich fordere die Baudezernentin Gisela Nacken auf, die Fällaktion abzusagen und in den Dialog mit den kritischen Bürgern einzusteigen. Die Wood-Bürger und ihre immer zahlreicher werdenden Unterstützer sind an konstruktiven Lösungen interessiert.” Die Dezernentin wohl auch.
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