Nachgehakt: Harte Einschnitte hat es nicht gegeben

Von: Gerald Eimer - Bereits erschienen: - Stadtentwicklung und Verkehr - Sport - Arbeit, Wirtschaft, Finanzen - Kinder, Jugend und Familie - Umwelt
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Versprechen gehalten: Die Barockfabrik am Löhergraben ist wie angekündigt zu einem Zentrum für Kinder- und Jugendkultur ausgebaut worden. Foto: Harald Krömer

Aachen. In Zeiten knapper Finanzen ist der Sektor Kultur stets besonders gefährdet. In der Koalitionsvereinbarung von 2004 haben sich die rot-grünen Politiker für eine verlässliche Förderung der städtischen Einrichtungen und der sogenannten „freien Kultur” ausgesprochen - und sie haben sich daran gehalten.

Zugleich haben sie sich für neue Strukturen in der städtischen Kulturlandschaft ausgesprochen - und auch diese geschaffen.

So gibt es seit 2006 einen städtischen Kulturbetrieb, dem effizientes und professionelles Arbeiten bescheinigt werden kann. Unter dem Dach des Kulturbetriebs sind nicht nur neue Veranstaltungsreihen wie zuletzt „across the borders”, die Chorbiennale oder die Anne-Frank-Gedenktage erdacht worden, sondern auch die Kulturschaffenden der Stadt zusammengeführt worden, um an einem sogenannten kulturellen Leitprofil der Stadt zu arbeiten.

Unter den Sparvorgaben der Finanzpolitiker haben alle Sparten leiden müssen. Echte Einschnitte in die Kulturszene aber hat es nicht gegeben. Die Barockfabrik wurde wie angekündigt zu einem Zentrum für Kinder- und Jugendkultur ausgebaut.

Die freie Szene wird weiterhin mit rund 350.000 Euro jährlich bezuschusst, mehrjährige Leistungsvereinbarungen geben den Theatergruppen und Kulturinitiativen größere Planungssicherheit.

Auch das Flaggschiff der örtlichen Kulturszene, das Theater Aachen, ist von erbitterten Spardebatten verschont geblieben. Die Kooperationsbereitschaft der Theaterleitung und gleichzeitig steigende Zuschauerzahlen stimmen auch jene Politiker milde, die am 15-Millionen-Euro-Etat gerne den Rotstift ansetzen würden.

Als Zweispartenhaus ist es wie versprochen unangetastet geblieben. Ob das Theater zukünftig den geforderten Konsolidierungsbeitrag leisten und in der jetzigen Form weiter bestehen kann, ist jedoch eine ungeklärte Frage.

Neue Arbeitsplätze

Dem Ziel, im Kulturbereich neue Arbeitsplätze zu schaffen, konnte mit Hilfe des vor fünf Jahren gegründeten „Gründerzentrums Kulturwirtschaft” entsprochen werden.

In dieser Zeit sind 109 Interessenten beraten und gecoacht worden, 58 Existenzgründungen waren laut Gründerzentrum die Folge. Über den wirtschaftlichen Erfolg gibt es jedoch keine Angaben.

Für die Museen hat Rot-Grün vor fünf Jahren „dringend” neue inhaltliche, räumliche, personelle und organisatorische Ideen gefordert.

Es hat Änderungen gegeben, inwieweit sie jedoch den Ansprüchen genügen, lässt sich mangels klar formulierter Erwartungen schwerlich feststellen. Das Ludwig-Forum steht unter neuer Leitung, für die noch eine Schonfrist gilt.

Der Umzug des Stadtarchivs, vor fünf Jahren gefordert, ist abzusehen. Am Reichsweg wird das Gedächtnis der Stadt ein neues Zuhause finden. Das Grashaus soll anschließend zu einem Standort der Route Charlemagne umgebaut werden.

Die Route Charlemagne ersetzt bekanntlich das zunächst verfolgte Vorzeigeprojekt der Euregionale, das Bauhaus Europa. Rot-Grün hatte es sich auf die Fahnen geschrieben und ist dafür von den Aachenern per Bürgerentscheid gnadenlos abgestraft worden.

Nicht verwirklicht werden konnte auch ein weiteres geplantes Großprojekt, das von Rot-Grün aber ohnehin stets nur ideell unterstützt wurde: das Haus für Musik. Eigenes Geld wollte die Stadt für die Konzerthalle an der Monheimsallee nie zur Verfügung stellen, und so ist bis heute nicht abzusehen, ob es jemals realisiert werden kann.

Fehlanzeige auch beim Vorhaben, den Musikbunker an der Burg Frankenberg zu einem Kulturzentrum auszubauen: Aus Angst vor einem finanziellen Desaster zogen sich die beteiligten freien Träger wieder zurück.

Fazit: Sieben von zehn im Koalitionsvertrag angekündigten Projekten sind bis dato umgesetzt worden.
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