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Nach Sündenfall: Römisches Badebecken in Schaufenster

Von: dpa
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Einblick in die Aachener Vergangenheit: Baudezernentin Gisela Nacken begutachtet das Segment der Römertherme genauso wie Stadtarchäologe Andreas Schaub, Helmut Falter (Mayersche) und Andreas Maul (von links) von der Stawag, die das Projekt unterstützt hat. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Neun Jahre nach einem archäologischen Sündenfall mit einem römischen Badebecken erfolgt in Aachen jetzt der Versuch einer Wiedergutmachung: Ein Buchhändler zeigt ein knapp 20 Tonnen schweres Teilstück des Beckens im Schaufenster seines Geschäfts.

Er und die Stadt stellten das Projekt am Donnerstag vor. Bei Bauarbeiten zur Erweiterung des Buchgeschäfts hatten Archäologen das mächtige und für Experten hochinteressante Fundament des Beckens gefunden. Der Abriss bis auf Teilstücke löste eine Welle der Empörung aus. Die gesicherten Stücke lagen dann jahrelang im Bauhof, weil man keinen passenden Platz fand.

Unmittelbar nach der Entscheidung der Stadt, nur ein Stück des halbrunden Beckenrandes zu sichern, hatten die Bagger einen Großteil der Anlage weggeräumt. Als Folge des Badebecken-Falls stellte Aachen einen Stadtarchäologen ein.

Dieser Archäologe sorgt jetzt zusammen mit der RWTH Aachen dafür, dass sich die Betrachter das mächtige Mauerwerk im Schaufenster im Zusammenhang mit der damals imposanten Badeanstalt der Römer vorstellen können. Die Wissenschaftler erstellen eine dreidimensionale Animation von dem Bauwerk.

Nach jüngeren Erkenntnissen haben die Römer in Aachens Stadtgeschichte eine große Rolle gespielt. Der Ort war für sie wegen der heißen Quellen attraktiv. Die Römer - nicht etwa erst Karl der Große - gaben demnach Aachen die ersten städtischen Anlagen.

Interessant ist das Becken für Fachleute wegen seiner ausgefuchsten Technik. Zwischen Mauerwerk und Beckenwand bauten sie zur Isolation Dachziegel ein, damit das Wasser aus den heißen Quellen nicht so schnell abkühlte, wie Stadtarchäologe Andreas Schaub sagte. Rätselhaft bleiben die Löcher im Becken. Die Idee vom römischen Whirlpool habe man schnell verworfen, sagte Schaub.

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