Nach Stichen in den Hals: Mann weiter in Lebensgefahr

Von: Heiner Hautermans und Wolfgang Schumacher
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Ein 51-jähriger Mann ist am Sonntagabend bei einem Streit lebensgefährlich verletzt worden. In der Robert-Koch-Straße war es gegen 21 Uhr zu einer Auseinandersetzung gekommen. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft bezüglich des Tathergangs und der Hintergründe der Tat dauern an. Foto: Ralf Roeger

Aachen/Hannover. Der in Aachen flüchtige mutmaßliche Messerstecher aus der Robert-Koch-Straße hat sich am Montagmorgen in Hannover der Polizei gestellt. Der 27-Jährige meldete sich nach Angaben des Hannoverschen Polizeipressprechers Stefan Wittke noch vor Dienstbeginn am Montag beim Pförtner des Präsdiums und gestand die Bluttat in der Aachener Robert-Koch-Straße.

Danach hat er am Sonntagabend gegen 21 Uhr seinen 51-jährigen Mitbewohner schwer mit Messerstichen am Hals verletzt war sodann im Pkw des Opfers geflüchtet. „Wir haben ihn nicht wieder weggeschickt”, scherzte der Polizeisprecher zum ernsten Thema.

Da war der mutmaßliche Messerstecher bereits auf dem Weg in das Aachener Polizeipräsidum. Er soll heute um 10 Uhr dem Haftrichter vorgeführt werden. Die Aachener Staatsanwaltschaft wird einen Amtrag auf Unterschungshaft wegen versuchten Totschlags oder sogar versuchten Mordes stellen. Dr. Jost Schützeberg: „Das hängt vom Verlauf der weiteren Ermittlungen ab.”

Warum er seinen Mitbewohner schwer verletzte, war am Montag noch nicht klar. Der von Statur schmächtige Mann gilt als „kleiner” Gelegenheitsdieb, der laut Angaben seines Anwalts noch nie durch Gewaltdelikte in Erscheinung getreteten ist. Am Sonntagabend hat er aber durch die Bluttat die gesamte Robert-Koch-Straße, in der sich unter anderem das Don-Bosco-Haus, ein Übergangswohnhaus und mehrere Häuserblocks mit Sozialwohnungen befinden, stundenlang in einen Ausnahmezustand versetzt.

Bis in die Nacht hinein rückte die Polizei mit einem großen Aufgebot an und sperrte Teile der Straße komplett ab. Die Behörden hielten sich mit Angaben zum Tathergang zunächst sehr zurück. Nach Informationen der „Nachrichten” lebten Täter und Opfer in einer Wohngemeinschaft im Erdgeschoss eines der Mehrfamilienhauses. Der eigentliche Streit hat sich demnach im Treppenhaus abgespielt.

Der 51-Jährige wurde durch Stiche in den Hals lebensgefährlich verletzt. Dennoch gelang es ihm, sich stark blutend noch etwa 100 Meter in Richtung Adalbertsteinweg zu schleppen, wo er vor dem Eingang des Don-Bosco-Heims zusammenbrach und von einem Betreuer erstversorgt wurde. Dennoch schwebte der Mann auch am Montag noch in Lebensgefahr. Schützeberg: „Der Zustand ist unverändert kritisch.”

Stundenlang im Regen

Für die Mitbewohner brachte die Polizeiaktion einiges Ungemach mit sich. Ein 40-jähriger Berliner von der Wohnung gegenüber: „Alle Leute mussten mit, eine Aussage machen. Da hat aber keiner was mitbekommen. Ich bin erst am Donnerstag hier eingezogen und erst nach der Tat nach Hause gekommen. Aber dann habe ich bis 3 Uhr im Regen gestanden.”
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