Nach Klagen: Schulen und Kitas wieder ziemlich sauber

Von: Werner Breuer
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Gut gewischt: Nachdem vor rund zwei Jahren Klagen über schlecht gereinigte Schulen und Kindertagesstätten laut geworden waren, zeigt man sich dort inzwischen recht zufrieden. Foto: Imago/Imagebroker

Aachen. Viel Lärm um nichts? Nach der Aufregung um mangelhaft geputzt Schulen und Kindertagesstätten vor rund zwei Jahren herrscht heute offenbar Zufriedenheit mit dem Wirken der Reinigungskräfte.

Irgendwie zumindest - denn beim städtischen Gebäudemanagement hat man einige Ergebnisse einer Befragung noch nicht recht entschlüsselt. Im November vergangenen Jahres hatte die zuständige Abteilung „Reinigungsmanagement” die Schulen und Kitas um Auskunft darüber gebeten, wie es denn so funktioniere beim Kampf gegen den Dreck.

Das Gros der Kunden verteilte dabei recht gute Noten: für die Arbeit des Reinigungsmanagements, für die Leistungsbeschreibungen oder auch die Arbeit der Reinigungskräfte. „Der Eindruck der Unzufriedenheit wird in dieser Befragung nicht widergespiegelt”, berichtetet Stephan Schaffrath, Teamleiter beim Reinigungsmanagement, am Dienstag im Ausschuss für das Gebäudemanagement.

Seltsam nur: Auf die Frage nach dem Gesamteindruck meldeten die Schulen und Kitas dann eine geringere Zufriedenheit. Warum nach vielen guten Einzelbewertungen unter dem Strich eine schlechtere Note steht, gibt auch Schaffrath Rätsel auf. „Da fehlt mir die Erklärung.”

Dass die Reinigungskräfte trotz genauer Vorgaben und Leistungsbeschreibungen ihr Tagwerk nicht schafften, kann es nach Ansicht der städtischen Reinigungsmanager nicht sein. „Wir deckeln da jetzt schon”, erklärte Schaffrath, „die Firmen müssen bei uns schon einige Zeit im Objekt sein.” Bei den Ausschreibungen werde gemeinsam mit dem Rechnungsprüfungsamt darauf geachtet, dass nicht der billigste Bieter automatisch den Zuschlag erhält, sondern das Angebot „auskömmlich” ist. Wer mit Dumpinglöhnen kalkuliere, soll in Aachens städtischen Gebäuden nicht wischen dürfen.

Reinigungskontrolleure

In den vergangenen Jahren sei kein Auftrag zu Niedrigstpreisen vergeben worden, betont das Gebäudemanagement. Überdies werde vor jeder Vergabe die Finanzkontrolle Schwarzarbeit beim Zoll gefragt, ob der potentielle Vertragspartner dort „vorbelastet” ist. Bislang habe es dort keine Bedenken gegeben.

Nachdem es dennoch in der Vergangenheit zu Klagen gekommen war, wurden im Frühjahr 2008 Reinigungskontrolleure eingesetzt. Das habe dazu geführt, das „schneller auf Schlechtleistungen reagiert werden konnte und sich der Reinigungszustand wesentlich verbesserte”, so das Gebäudemanagement.

Dort ist man inzwischen mit sich zufrieden: Fünf Millionen Euro sind in diesem Jahr für die Reinigung von städtischen Gebäuden - außer Schulen auch Verwaltungsbüros, Museen, Rettungswachen oder Friedhofskapellen - vorgesehen. Im Jahr 2002 wurden dafür noch 7,2 Millionen Euro ausgegeben. Trotz der Einsparungen wird in Aachen auf hohem Niveau gewischt. „Im Vergleich mit anderen Städten liegen wir gut im Schnitt”, meint Gebäudemanagement-Leiter Michael Ferber. Die angesetzten Reinigungszeiten seien realistisch.

Allerdings müssten die beauftragten Firmen ihre Leute auch anständig anlernen und mit Maschinen und Material ausrüsten, zudem dürften ihnen keine „sachfremden Aufgaben” wie etwa Blumen gießen oder Fische füttern aufgebürdet werden. „Wenn die Firmen ihre Leute nicht richtig ausstatten, können die das nicht schaffen”, meint Stephan Schaffrath, „und von solchen Firmen müssen wir uns trennen.” Schließlich sei es keine Lösung, sie mit „zusätzlichen Reinigungszeiten zu belohnen”.

Michael Ferber fasst es so zusammen: „Unsere Aufgabe war es, bei einem vernünftigen Standard Geld zu sparen. Natürlich könnte es besser sein, dann würde es aber auch mehr kosten.”
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