Aachen - Nach Diebstahl bekommt die Immanuelkirche neue Abendmahlgeräte

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Nach Diebstahl bekommt die Immanuelkirche neue Abendmahlgeräte

Von: Verena Richter
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Pfarrer Redmer Studemund, die
Pfarrer Redmer Studemund, die Goldschmiede Hubertus Förster und Benedikt Förster-Heyne (von links) präsentieren mit Stolz die neuen Abendmahlgeräte der Imanuelkirche, die am kommenden Sonntag eingeweiht werden. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Schlicht sieht es aus, das neue Abendmahlgeschirr der Immanuelkirche: dunkle Mooreiche gepaart mit Silber, keine Schnörkel, keine Extravaganzen. So scheint es, doch das Besondere der vier Kelche, der zwei Oblatenschalen, der Weinkanne und der Dose für Oblaten liegt im Detail.

Genauer betrachtet, ist eine Finesse nämlich augenscheinlich: Die Füße der Abendmahlgeräte sind alle in Kreuzform geschaffen, bei der Oblatendose ist der Griff ein Kreuz. Das ist natürlich kein Zufall. Mit diesem Design haben die Gold- und Silberschmiede Benedikt Förster-Heyne und Hubertus Förster, die das Abendmahlgeschirr mit Drechsler Christoff Guttermann gefertigt haben, einen direkten Bezug zu Gott und zur Immanuelkirche selbst geschaffen. Der Kirchenname Immanuel - Gott mit uns - soll im Kreuz als Zeichen des Mensch gewordenen Gottessohnes deutlich werden, so die Schmiede.

„Und das kann die Gemeinde beim Abendmahl sehen und auch spüren”, erklärt Hubertus Förster, der als Katholik kein Problem hatte, für eine evangelische Gemeinde zu arbeiten. „Es geht darum, ein würdiges Gerät zu schaffen, Konfession spielt dabei überhaupt keine Rolle”, so Förster.

Dass dabei die Wahl der Materialen auf eine Kombination aus Silber und Holz gefallen ist, erklärt Benedikt Förster-Heyne mit dem Charakter des Kirchenraums: „Die Kirche ist stark von Holz geprägt, das wollten wir aufnehmen.” Aus diesem Grund habe man sich auch für die rund 2000 Jahre alte Mooreiche entschieden, von der Optik und der Aufarbeitung passt sie zum das Kreuz im Kirchenraum.

Diese vielseitigen Überlegungen waren es letztendlich, weshalb sich Pfarrer Redmer Studemund und das Presbyterium für den Entwurf der beiden Gold- und Silberschmiede entschieden haben, sagt Pfarrer Studemund. Denn zur Auswahl standen insgesamt drei Konzepte für ein neues Abendmahlgeschirr, aus denen die Kirchenführung auswählen konnte.

Dass es überhaupt zu diesem Miniwettbewerb gekommen ist, hat einen traurigen Hintergrund, im Oktober vergangenen Jahres wurde in die Immanuelkirche eingebrochen und die alten Abendmahlgeräte wurden mitsamt dem Tresor gestohlen. Die Diebe wurden nie gefasst und so musste schließlich ein neues Abendmahlgeschirr hergestellt werden.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen - und sehen kann es jeder, der am Sonntag, 17. Juli, zum Abendmahlgottesdienst für alle Generationen um 11.15 Uhr kommt. „Dann werden die neuen Abendmahlgeräte in Gebrauch genommen”, sagt Redmer Studemund, der froh ist, dass seine Kirche wieder ein eigenes Abendmahlgeschirr hat. Die Zwischenzeit hat die Gemeinde mit dem Zweitgeschirr der Annakirche überbrückt.

Für Pfarrer Studemund wird der kommende Sonntag ein besonderer Tag: Ein neues Abendmahlgeschirr wird nämlich nicht häufig eingeweiht.
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