Nach acht Einbrüchen wird Spielplatz vorerst geschlossen

Von: Margot Gasper und Georg Dünnwald
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Entsetzt und enttäuscht: Andrea Weyer, Geschäftsführerin des Kinderschutzbunds, und Mitarbeiter Harry Hochradl besichtigten gestern die neuen Schäden im Spielhaus des Abenteuerspielplatzes. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Der Abenteuerspielplatz „Zum Kirschbäumchen“ wird bis auf Weiteres geschlossen. Und auch die Osterferienspiele müssen ausfallen. „Uns bleibt nichts anderes übrig“, sagt Andrea Weyer, die Geschäftsführerin des Kinderschutzbunds. Denn bislang unbekannte Täter sind in den vergangenen drei Monaten bereits acht Mal in das Spielhaus auf dem Abenteuerspielplatz „Zum Kirschbäumchen“ eingebrochen.

Beim letzten Mal wurde sogar Feuer gelegt. Der Aachener Kinderschutzbund, der die Anlage in der Siedlung Daheim betreut, hat sich jetzt hilfesuchend an die Stadt als Eigentümerin des Geländes und an die Mitglieder des Kinder- und Jugendausschusses gewandt.

Zuletzt sind die Einbrecher am vergangenen Wochenende, vermutlich in der Nacht vom 16. auf den 17. März ins Spielhaus eingedrungen, berichtet Andrea Weyer. Diesmal legten sie sogar Feuer. Das Büro der Pädagogin Miriam Hartmann ist verwüstet, dort wurde gefackelt. Und auch vor der Küchenzeile im großen Gemeinschaftsraum wurde auf dem Boden ein Feuer angezündet. Im Spielhaus stinkt es zurzeit erbärmlich. „Ich könnte nur noch heulen“, sagt die Kinderschutzbund-Geschäftsführerin. „Jetzt werden wir wohl Alarmanlagen einbauen müssen“, überlegt sie. Weyer ist davon überzeugt, dass dies auch die Versicherung fordern wird.

Sie vermutet ebenso wie Mitarbeiter Harry Hochradl, dass die Täter womöglich unter Jugendlichen aus dem Umfeld des Abenteuerspielplatzes zu suchen sind. „Alle Indizien deuten darauf hin“, sagt Andrea Weyer. „Es handelt sich nicht um professionelle Einbrecher. Allerdings scheinen sich die Täter auszukennen.“ Nicht ausschließen will sie, dass Jugendliche aus Langeweile immer wieder ins Spielhaus eindringen. „Denn hier im Viertel gibt es nichts für die Altersgruppe ab 13 Jahren.“

Bei Jugendlichen großer Bedarf

Eine Zeit lang habe einmal pro Woche für zwei Stunden der Chillout-Bus an der Liebigstraße gestanden. „Der wurde stark angenommen, da waren jedes Mal mindestens 20 junge Leute dabei.“ Das zeige, dass bei den Jugendlichen der Bedarf an Freizeitangeboten sehr groß sei. „Da muss etwas getan werden“, fordert die Kinderschutzbund-Geschäftsführerin. „Unsere Pädagogin hat eine 30-Stunden-Stelle. Das ist viel zu wenig. Wir brauchten eigentlich eine zweite Pädagogenstelle“, sagt sie. Diese Fachkraft sollte sich dann speziell um die Jugendlichen kümmern.

Das Spielhaus ist ein wichtiges Stück Infrastruktur auf dem Abenteuerspielplatz. Gerade wurde es frisch renoviert und hergerichtet. Umso ärgerlich seien die vielen Einbrüche, so Weyer. Dabei ist auf dem Abenteuerspielplatz eigentlich nichts zu holen. „Weder auf dem Platz, noch im Haus lagern wertvolle Dinge, sagt sie.

Die Sachbeschädigungen und der Vandalismus aber belasten den Kinderschutzbund. „Wir wissen gar nicht, woher wir das Geld nehmen sollen, wenn wir Alarmanlagen einbauen und eventuell sogar das Gelände videoüberwachen lassen.“

Anfang März wurde das Spielhaus sogar gleich zweimal hintereinander heimgesucht. „Wir hatten gerade eine Notverglasung eingesetzt“, erinnert sich Weyer, „da war die Scheibe am nächsten Tag schon wieder zerschlagen.“

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