„N´ Teller Buntes” begeistert das Publikum

Von: Heinrich Schauerte
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Auch ein Hingucker: Das Duo Bruders und Ligmann schaffte es sogar, deutsches Schlagergut optisch darzustellen. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Wenn Norbert Conrads „´n Teller Buntes” serviert, dann können sich viele freuen: zuallererst die Behindertenhilfe Aachen und die Heilpädagogische Waldorfschule, denen der Reinerlös von 8300 Euro zukommt, aber auch das begeisterte Publikum im proppevollen Saalbau Kappertz in Rothe Erde.

Im sechsten Jahr organisiert der engagierte Lehrer nun schon diese Benefizveranstaltung, bei der alle Künstler ohne Gage, aber nicht umsonst auftreten.

Conrads führt selbst durch die Veranstaltung, unterstützt von Veronika Siebert, die man, wie viele im Saal, bestens von der Strunx-Sitzung kennt.

Als erstes können sie das Tanzprojekt Move präsentieren, das sind zahlreiche junge Damen, die flotte Tänze zu Madonna-Musik zeigen. Da hier nur internationale Stars geboten werden, kommt gleich anschließend der George Clooney von Aachen, und das ist kein Geringerer als unser Globo.

Da auch Clowns-Knochen mit der Zeit steifer werden, aber auch aus einem Interesse heraus, das seit frühester Jugend besteht, hat er sich in letzter Zeit mehr aufs Poetische verlegt.

Und so erleben wir etwa die gereimten Abenteuer eines Auerhahns und eines Enterichs, die bei einem wie Globo natürlich auch plastische Gestalt annehmen.

Und das Ergebnis ist nicht viel anders als bei uns allen: Was ist des Lebens ganze Mühe - ein kleiner Pott voll Hühnerbrühe.

Britisch wie Prinz Charles

Dem würden sicherlich auch die Herren Schultze und Schröder zustimmen, die mal wieder mindestens so britisch wie Prinz Charles daherkommen.

Sie zeigen ihr aktuelles Programm mit der Peitschennummer und der Küchenfolie. Auch wenn man das schon gesehen hat, ist es besonders wegen der hohen Improvisationskunst der beiden großartigen Artisten jedesmal ein Vergnügen.

Sich während des Jonglierens mit drei Keulen und diversen Kleidungsstücken komplett anzuziehen - das ist immer wieder faszinierend.

Sowas kann nur durch den Shooting-Star der Branche überboten werden, den Hausmann Jürgen Beckers. Er präsentiert Weisheiten, die es nur hier in unserer Gegend gibt, vom Übergangsmantel bis zur Frage, wann die blaue Tonne kommt.

Wir selbst merken ja gar nicht, dass wir uns in einer Geheimsprache unterhalten, die sonst keiner versteht. Und Winter ist bekanntlich, wenn die Linie 11 im Kaninsberg hängenbleibt. Überhaupt der AVV („Alle Fahrer Freundlich”): Erst lassen sie einen hinterherlaufen, und dann machen sie einem die Tür vor der Nase zu - verständnisinniges Klatschen des Publikums.

Eine schöne Show bot die Truppe Grautvornix. Sie eröffnete schon mal den neuen Tivoli, mit toller Tanzperformance und poetischen Lichteffekten im Dunkeln.

Und dann natürlich Strunx-Star Manfred Hammers, der die menschliche Komödie vor dem Leergutannahmeloch sezierte. Noch nie wurde ja einer ordinären Plastikflasche so viel Aufmerksamkeit geschenkt wie heute.

Das steigert sich bis zum rhythmischen Gleichklang von Mensch und Maschine - und genau vor der letzten Flasche ist der Leergutautomat bekanntlich immer voll.

Belgische Fritten

Das Duo Bruders und Ligmann ergänzt die typisch deutschen Muster noch um die internationale Dimension, indem es pantomimisch den Unterschied zwischen belgischer Fritte und französischem Baguette vorführt.

Oder zeigt, wie frappierend anders man in unterschiedlichen Ländern auf die Uhr schaut. Wie visualisiert man einen nackten Fallschirmspringer? Das geht, aber es lässt sich mit Worten nicht beschreiben.

Selbst deutsches Schlagergut kann man optisch darstellen - wenn man es kann. Und männliche Astralleiber sowieso - wenn man genug Plastilin hat.

Solche Höhenflüge verlangen nach einem bodenständigen Schlussakkord. Und den boten in bewährter Weise die 4 Amigos mit ihren bekannten Öcher Liedern.

So bekam das Publikum mehr als zweieinhalb Stunden allerbester Unterhaltung geboten - bestimmt nicht zum letzten Mal, denn dieses Erfolgsmodell hat sich schon zur guten Tradition entwickelt.
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