Musikmuschel zieht an die Gesamtschule

Von: Margot Gasper
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Für den Kran war die sechs mal zwölf Meter große Holzkonstruktion leicht zu heben. Eile war beim Transport der Musikmuschel lediglich geboten, damit der Aseag-Fahrplan nicht durcheinander geriet. Foto: Ralf Roeger
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Für den Kran war die sechs mal zwölf Meter große Holzkonstruktion leicht zu heben. Eile war beim Transport der Musikmuschel lediglich geboten, damit der Aseag-Fahrplan nicht durcheinander geriet. Foto: Ralf Roeger
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Für den Kran war die sechs mal zwölf Meter große Holzkonstruktion leicht zu heben. Eile war beim Transport der Musikmuschel lediglich geboten, damit der Aseag-Fahrplan nicht durcheinander geriet. Foto: Ralf Roeger
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Für den Kran war die sechs mal zwölf Meter große Holzkonstruktion leicht zu heben. Eile war beim Transport der Musikmuschel lediglich geboten, damit der Aseag-Fahrplan nicht durcheinander geriet. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Logistisch war die Sache bis ins Detail ausgetüftelt. Die Brander Musikmuschel ist am Dienstagnachmittag vom Markt an die Gesamtschule umgezogen. Dabei ging es buchstäblich um Minuten. An der Schule musste der Pavillon nämlich kurz auf der Buswendeschleife zwischengeparkt werden.

Und bevor der Long Wajong fahrplanmäßig anrollte, mussten Kranwagen und Schwertransporter wieder weg sein.

Der Umzug, den viele Brander am Mittwoch live miterlebten, ist in mehrfacher Hinsicht eine perfekte Lösung. Auf dem Markt wurde der Musikpavillon zuletzt immer seltener genutzt. Und irgendwann nächstes Jahr, wenn dort groß umgebaut wird, hätte die Anlage ohnehin weichen müssen. Die Gesamtschule wiederum, die seit Jahren dabei ist, ihr Schulgelände umzugestalten, wünschte sich für ihren unteren Schulhof schon lange ein – bezahlbares – Dach, das Schutz bietet für Open-Air-Veranstaltungen aller Art.

Nicht verschrottet

Bei den Brander Bezirkspolitikern stieß der frühere Schulleiter Walther Kröner mit diesem Wunsch auf offene Ohren. Nach vier Monaten Planung und Vorbereitung zog die Haube nun am Dienstag gut einen Kilometer weiter an ihren neuen Standort. Bezirksbürgermeister Herbert Henn zeigte sich ehrlich erfreut, dass der Pavillon, der immerhin 20 Jahre auf dem Brander Markt gestanden hat, nicht verschrottet wird, sondern künftig an der Schule gute Dienste tun wird.

Ganz umsonst ist allerdings auch eine gebrauchte Musikmuschel nicht zu haben. Auf rund 36.000 Euro beziffert Iris Scheffen, Vorsitzende des Fördervereins der Schule, die Kosten. Unter anderem müssen demnächst die alten, unansehnlichen Scheiben des Pavillons durch neues Plexiglas ersetzt werden.

Experimenteller Holzbau

Hauptfinanziers des Projekts, so betonte Scheffen, sind die Schüler der Gesamtschule. Denn sie haben dem Förderverein mit zwei großen Sponsorenläufen die wirklich bemerkenswerte Summe von rund 22.000 Euro für die Musikmuschel „erlaufen“. Unterstützt wird das Projekt außerdem von der Stadt Aachen, der Bezirksvertretung Brand, der Sparkasse und deren Jugend- und Kulturstiftung, den Brander Unterbähnern, dem Bürgerverein, der Aachener Bank, der BB-Bank sowie privaten Spendern.

Die Musikmuschel war ursprünglich eine Studienarbeit im experimentellen Holzbau. Gebaut wurde sie in den 1980er Jahren von Aachener Studenten nach einer Idee von Prof. Wilfried Führer, bis 2003 Inhaber des Lehrstuhls für Tragwerkslehre (Baukonstruktion) an der RWTH. Zunächst stand das Bauwerk in einem Park in Stolberg, seit 1994 dann in Brand. Neben Professor Führer, der den jüngsten Umzug zur Gesamtschule begleitete, war auch die Schreinerei Korr wieder im Einsatz. Sie hatte schon vor 20 Jahren den Pavillon auf dem Markt aufgebaut. Übrigens war sogar eine Baugenehmigung nötig, um die Muschel auf dem Schulhof zu installieren. Und zuvor mussten sogar Kampfmittelräumer das Gelände nach Sprengstoff absuchen, berichtet Architekt Alexander Ritzerfeld (Architekturbüro Bausch).

Nicht nur Schülersprecherin Nele Güntner und ihre Mitstreiter, die für das Projekt so viel gelaufen sind, freuen sich schon jetzt auf viele tolle Veranstaltungen im neuen Musikpavillon. Auch Schulleiter Andreas Lux sieht die Musikmuschel als Bereicherung für die Gesamtschule als Kulturschule.

Vereine sollen ebenfalls die Möglichkeit haben, das schützende Dach auf dem Schulhof zu nutzen. Schließlich versteht sich die Gesamtschule auch als Brander Stadtteilschule.

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