Musiker Christoph Titz kommt für „Jazz im Park” in seine Heimatstadt

Von: Axel Borrenkott
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Möchte nicht mehr nur als rei
Möchte nicht mehr nur als reiner Jazz-Musiker gesehen werden: Christoph Titz.

Aachen. Wer wissen möchte, was uns der Musiker Christoph Titz heute zu sagen hat, sollte sich nicht auf seine Werbung verlassen. Da ist er nämlich „endgültig voll und ganz im Hier & Jetzt gelandet - und so hört sich das auch an”.

Zum Glück ist die neue CD des Trompeters mitnichten so langweilig wie sich das anhört. Am kommenden Freitag (26. Oktober) kann man sich in der Live-Präsentation bei Jazz im Park davon überzeugen.

Ansteckend ist es schon, das positive Lebensgefühl, das Christoph Titz ausstrahlt, und das Sorgen um die Zukunft erst einmal vertagt. „Der Kühlschrank ist voll, die Kleine ist gut drauf. Die will nichts von morgen wissen und von gestern sowieso nicht. Und Trompete üben macht Spaß wie lange nicht mehr.” Die Kleine heißt Pola und ist die vierjährige Tochter von Titz und seiner aus Polen stammenden Frau Natalia.

Überhaupt Polen. Der gebürtige Aachener und Wahl-Berliner hat seine Liebe für Land und Leute entdeckt und dort mittlerweile eine stattliche Fangemeinde auf Festivals und unter Radiohörern. „Ich habe große Sympathien für die slawische Mentalität und für deren Musikempfinden. Es macht auch unheimlich Spaß, mit polnischen Musikern zu spielen.” Bajka Iskierki heißt ein Stück auf der CD, eine innige Interpretation des bekanntesten polnischen Wiegenlieds („Das Märchen vom Fünkchen”), Wszystko ci dam („Ich möchte dir alles geben”) ein anderes.

Nicht zu überhören ist, dass der 44-Jährige sein Jazzer-Image loswerden möchte. „Ich werde als Jazztrompeter gesehen. Aber meine Sache ist nicht der Jazz, ich bin viel mehr von Rock und Pop beeinflusst und war auch großer Fan der ersten Platten von BAP.” Das hat Spätfolgen: Seit Jahren ist Christoph Titz ziemlich fester Bestandteil von Brings, rund 80 Auftritte im Jahr mit den Kölnern („aber nicht im Karneval”) sichern die Miete.

Doch was seine eigene Musik betrifft, ist Titz froh, „endlich eine Berliner Kapelle zu haben”. Die Live-Besetzung, die auch in Aachen spielen wird - mit Volker Meitz (Tasten), Thomas Büchel Gitarre), Wilhelm van Dijk (Bass) und Matthias Trippner (Schlagzeug) - ist eine komplett andere als die der CD, zu der immerhin so hochklassige Musiker wie der Till Brönner-Produzent Christian von Kaphengst, Gero Körner und die Kumpels aus Scetches-Zeiten Marc Lehan und Roland Peil gehören. Die Studioaufnahmen auf seinem eigenen Label sind in der Tat von einer „konsequenten Entschleunigung” der Tempi und einer „gewissen Simplizität” der Arrangements getragen, mit der Titz seine Scheibe bewirbt.

Die Live-Band ist rockiger und entfaltet mehr Druck, da, wo er hingehört. Das Entscheidende aber bleibt die Stimme der Trompete. Wenn Titz sich „eher als Songwriter” sieht, „ denn als großen Trompeter”, ist das keine kokette Bescheidenheit. Klar kann man zu seinen eingängigen, durchaus konsumierbaren Melodien „auch joggen oder die Küche aufräumen”. Doch dann verpasst man eine Einladung. Kein anderes Instrument ist besser geeignet, Geschichten zu erzählen, als die Trompete. Und da sie das nicht in Worten tut, kann man sich seine eigenen Lebensgeschichten erzählen, während Christoph Titz spielt, die schönen und die traurigen. Und so demonstrativ „entspannt im Hier und Jetzt” Titz auf dem Cover der CD auf dem Rücken liegt, so fragend zur Seite scheint sein Blick auf der Rückseite.

Neues Album und zwei Konzerttermine

Das neue Album von Christoph Titz trägt den Namen „Here & Now” und ist erschienen bei Maroty Music.

Live zu sehen sind der Musiker und seine Band am Freitag, 26. Oktober, und am Samstag, 27. Oktober in den Kurpark-Terrassen. Beginn ist jeweils um 22 Uhr. Die beiden Auftritte finden statt im Rahmen von „Jazz im Park”.

Das Programm am Freitag: Leszek Kulakowski-Trio. Das Programm am Samstag: Stefan Michalke & Friends, Eric Legnini Trio. Dann Jam-Sessions.

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