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Museumsdirektor und Kulturbetrieb liegen im Clinch

Von: Gerald Eimer
Letzte Aktualisierung:
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Während im Suermondt-Ludwig-Museum die nächste Ausstellung aufgebaut wird, gibt es Streit ums Wachpersonal und die Zugänglichkeit der Ausstellungsräume. Foto: Harald Krömer

Aachen. Die Sperrungen einzelner Ausstellungsräume im Suermondt-Ludwig-Museum haben zu einem heftigen Kräftemessen zwischen der Leitung des Kulturbetriebs und Museumsdirektor Peter van den Brink geführt.

Während Irit Tirtey, kaufmännische Geschäftsführerin des städtischen Kulturbetriebs, in Absprache mit Betriebsleiter Olaf Müller am Dienstag zunächst wieder die uneingeschränkte Zugänglichkeit aller Säle in Aussicht stellte, folgte kurz darauf der Einspruch van den Brinks: „Das bestimmt nicht der Kulturbetrieb, das bestimme ich.“

Und demnach soll es weiterhin bei den nun schon seit Monaten vollzogenen Sperrungen ganzer Geschosse des Museums bleiben. Zurückzuführen sei dies laut van den Brink auf eine im Jahr 2013 vollzogene Maßnahme, als die Zahl der Aufsichtskräfte in seinem Haus von sieben auf fünf zurückgefahren wurde. „Wie soll man 40 Räume mit fünf Leuten bespielen“, fragt der Museumschef. „Die können ja nicht durch Wände schauen.“ Kein Raum dürfe unbeaufsichtigt sein.

So müsse zum Schutz teurer Kunstwerke und Leihgaben auch weiterhin das zweite Obergeschoss komplett geschlossen bleiben, teilweise müssten auch im ersten Geschoss Räume gesperrt werden. Alleine im Erdgeschoss benötige er drei bis vier Kräfte. Ein bis zwei Aufseher stehen ihm dann noch für einzelne Bereiche der ersten Etage zur Verfügung.

Doch während van den Brink erklärt, seit Jahren auf diese Problematik hingewiesen zu haben, kommt sie zumindest für die Politik überraschend. Über die Teilschließungen seien sie nie informiert worden, kritisierten die Kulturpolitiker noch jüngst im Kulturausschuss. Aufmerksam wurden sie unter anderem durch Beschwerden von Besuchern. Inzwischen gibt es auch einen dezenten Hinweis im Internet auf das geschlossene zweite Obergeschoss.

Unterdessen verweist Irit Tirtey darauf, dass der seit 2013 festgezurrte Personalbestand für die Überwachung der städtischen Museen eigentlich keine Probleme bereitet habe. Es gebe einen festen Bestand städtischer Kräfte sowie zusätzlich externe Mitarbeiter, die je nach Bedarf einzelnen Ausstellungen zugeordnet werden. „Wo Arbeit ist, ziehen wir die Leute hin“, sagt Tirtey. So sah sie gestern auch keinen Anlass mehr, die Sperrungen ganzer Abteilungen im Suermondt-Ludwig-Museum weiter aufrecht erhalten zu müssen. Schon heute hätten ihrer Meinung nach mit Hilfe zusätzlicher Kräfte alle Räume wieder zugänglich gemacht werden können. Jährlich stelle man knapp 480.000 Euro für einen Pool mit Überwachungskräften bereit, der kurzfristig Ausstellungen absichern soll.

Tirtey glaubt, dass Aufseher zudem flexibel reagieren und Besucher beim Gang durchs Museum auch mal begleiten könnten, um ihnen das komplette Programm zu bieten. Dies sei aber allenfalls bei geringem Besucheraufkommen denkbar, sagt hingegen van den Brink, der hörbar erbost auf den Vorstoß aus dem Kulturbetrieb reagierte. „Wir sind die Profis“, erklärte er. Solange die Stadt keine zusätzlichen Aufsichtskräfte bewillige, könne er die Öffnung aller Räume nicht verantworten. Noch im Dezember wollen sich die Beteiligten nun darüber verständigen, wie es im Suermondt-Ludwig-Museum weitergeht.

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