Museumschef muss noch weiter bangen

Von: Gerald Eimer
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Museumschef Peter van den Brink ist weiterhin schwer umstritten: Die meisten Politiker wollen sich von ihm trennen, jetzt stellt sich auch der Personalrat quer. Foto: Harald Krömer

Aachen. Seine Vertragsverlängerung scheint zum Greifen nah, doch noch muss Aachens ungeliebter Museumschef Peter van den Brink weiter bangen. Der Personalrat hat am Dienstag seine Zustimmung verweigert und damit mindestens eine Extrarunde eingeleitet.

Zugleich will er prüfen, ob die Rechtslage tatsächlich so eindeutig für eine Vertragsverlängerung mit van den Brink spricht, wie es Personaldezernent Lothar Barth den Politikern dargelegt hat. „Wir wollen noch ein paar Auskünfte zu Dingen, die für uns kritisch sind“, erklärte Personalratsvorsitzende Karola Hoch auf Anfrage. So steht van den Brink seit längerem wegen seiner Personalführung, seiner Reisefreudigkeit und der zu seltenen Präsenz in Aachen in der Kritik. Mitarbeiter werfen ihm unter anderem vor, die eigene Sammlung zu vernachlässigen und vorrangig mit dem Zeigen alter holländischer Meister Aufmerksamkeit zu schaffen.

Man warte seit längerem auf die Begründung, was unter diesen Bedingungen für die Weiterbeschäftigung des umstrittenen Museumschefs spricht, heißt es jetzt seitens des Personalrats. Geklärt werden müsse auch, ob innerhalb der Verwaltung mit zweierlei Maß gemessen wird, meint Hoch. Denn während „kleinere Beschäftigte“ bei unentschuldigtem Fernbleiben oder verspäteten Krankmeldungen sofort mit erheblichen Konsequenzen zu rechnen hätten, spiele das in höheren Positionen offenbar keine Rolle. „Die Beschäftigten erwarten von uns, dass wir das klären“, meint Hoch.

Die Antworten müssen nun in einem sogenannten Erörterungsverfahren erbracht werden. Gut denkbar, dass danach aber auch noch die Einigungsstelle angerufen wird – nämlich dann, wenn sich der Personalrat weiterhin querstellt.

Verkürzte Amtszeit

Politisch ist es einzig die CDU, die sich für eine Verlängerung von van den Brink stark macht. Alle anderen Parteien wollen sich eigentlich von ihm trennen – was sich unter anderem darin ausdrückte, dass man ihm 2012 nur noch eine verkürzte Amtszeit zugestanden hat: Ende des Jahres – nach Ablauf des Karlsjahrs – sollte seine Zeit in Aachen enden.

Personaldezernent Barth ist in der Zwischenzeit jedoch zu der Überzeugung gekommen, dass van den Brink alle Rechte auf eine Daueranstellung hat und im Zweifel jeden Prozess vor dem Arbeitsgericht gewinnen würde. Diese Einschätzung hat vergangene Woche insbesondere die SPD im Kulturausschuss bewogen, auf CDU-Linie umzuschwenken und dem 57-Jährigen nunmehr gar eine Lebensstellung in Aussicht zu stellen.

Doch noch ist das letzte Wort in dieser Sache nicht gesprochen. Denn in allen Parteien ist auch der Unmut über die augenscheinliche Unfähigkeit der Verwaltung groß, Beschäftigungsverträge politischen Vorgaben gemäß zu formulieren. „Wir hatten keine Entscheidungsfreiheit mehr“, monieren insbesondere die Grünen, die sich ausdrücklich gegen eine Weiterbeschäftigung van den Brinks ausgesprochen haben.

Anwaltliche Hilfe

Der Personalrat will nun noch einen Schritt weitergehen und Barths rechtliche Bewertung überprüfen. „Wir kennen seine Stellungnahme nicht“, sagt Hoch. Wenn aber befristete Verträge plötzlich in unbefristete münden, müsse man noch mal genauer hinschauen. Eventuell werde man auch anwaltliche Hilfe hinzuziehen. Kommt der zu einer anderen Einschätzung als Barth, bleibt die spannende Frage, ob die SPD dann weiterhin für den Museumschef stimmt.

So oder so: Einmal mehr sind die Begleitumstände für eine Weiterbeschäftigung von van den Brink alles andere als harmonisch. Ihm soll eine stärkere Präsenzpflicht auferlegt werden, zugleich soll sein Verantwortungsbereich auf das Suer­mondt-Ludwig-Museum begrenzt werden.

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