Münsterwald: Windräder und Vögel könnten miteinander

Von: Werner Breuer
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Aachen. Normale Menschen finden den Münsterwald vielleicht einfach nur schön, Fachleute sprechen lieber von einem „hohen ästhetischen Eigenwert”. Einen solchen bescheinigt Gutachter Jörg Piotrowski dem Fleckchen Erde an der Himmelsleiter.

Und wenn dort Windräder hingepflanzt würden, seien „Sichtbeziehungen” eben nicht vermeidbar. „Man muss sich da nichts vormachen”, erklärte der Gutachter vom Planungsbüro Lange GbR in der Sitzung der Bezirksvertretung Kornelimünster/Walheim, „das sind riesige Anlagen, die sieht man.”

Ob sie diese 185 Meter hohen Windmühlen auch sehen wollen, debattierten die Bezirksvertreter am Mittwoch nicht. „Wir haben uns darauf verständigt, das erst in der nächsten Sitzung zu diskutieren”, erklärte Bezirksbürgermeister Eberhard Büchel. Bis dahin will man die Berichte von zwei Gutachtern erst einmal sacken lassen. Auch der Umweltausschuss hatte in der vergangenen Woche die Expertenvorträge ohne Widerworte zur Kenntnis genommen.

Über den Wipfeln viel Platz

Am Mittwoch nun lernten die Bezirksvertreter im Südraum nun, dass rote Markierungen der Windräder ihre „Sichtbarkeit erhöhen” und nächtens blinkende Lampen („Befeuerung”) sowieso. Von Gutachter Burkhard Kern erfuhren sie, dass laut seiner „faunistischen Untersuchung” der Münsterwald nicht auf der Flugroute durchreisender Fledermäuse liegt, für die das Gebiet nach den Ermittlungen des Gutachters als Lebensraum nur eine „mäßige bis mittelmäßige Bedeutung” hat.

Und die Höhe der Anlagen könnte nach Expertenmeinung sogar ein Segen sein: „50 Meter über Wipfelhöhe”, so Kern, „das reicht für viele Arten.” Da bliebe im Luftraum zwischen Wald und Windrad genügend Platz - theoretisch. Praktisch aber locke die Rotorgondel wegen der dort entstehenden Wärme Insekten an, „und die werden gerne von Fledermäusen gefressen”.

„Herausragende Bedeutung”

Für Vögel ist der Münsterwald laut faunistischer Expertise ebenfalls kein Gebiet „mit herausragender Bedeutung”. Würde mit entsprechenden Maßnahmen wie etwa Bauzeitbeschränkungen und Höhlenkontrollen dafür Sorge getragen, dass den Fliegern kein Leid geschieht, gebe es in Sachen Artenschutz auch keine „Verbotstatbestände”.

Die wären in der Tat ein großes Hindernis für die Windkraftpläne, erläuterte Umweltamtsleiter Elmar Wieczorek den Bezirksvertretern. Gretel Opitz (FDP) zog ihre Schlüsse daraus: „Ich bedauere, dass sie keine Feldhamster gefunden haben”, so die Bezirsvertreterin, „dann wäre vielen Menschen hier ein Stein vom Herzen gefallen.”
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