Aachen - Montessori-Gesamtschule nach sechs Jahren ohne Gerüste

Montessori-Gesamtschule nach sechs Jahren ohne Gerüste

Von: Margot Gasper
Letzte Aktualisierung:
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Vor sechs Jahren brachen Teile aus der Fassade (im Hintergrund). Schulleiter Hans Schneider (links) und Otto Wawer, didaktischer Leiter der Montessori-Gesamtschule, sind froh, dass Gerüste und Planen jetzt endlich bald Foto: Harald Krömer

Aachen. Was gibts Neues an den Schulen? An der Montessori-Gesamtschule ist die große Neuigkeit, dass - endlich - etwas zu Ende geht. Die Fassadensanierung ist auf der Zielgeraden. Spätestens nach den Herbstferien dürfte alles erledigt sein. „Das Ende ist in Sicht”, freut sich Schulleiter Hans Schneider.

Man muss ein paar Jahre zurückschauen, um zu ermessen, welche Bedeutung diese schönen Aussichten für Kinder, Kollegium und Eltern haben dürften. Denn sechs lange Jahre haben mit Planen verhängte Fassaden, provisorische Sicherungsmaßnahmen und Gerüste das Schulgelände geprägt.

Am 8. Juli 2004, wenige Monate nach dem Start des Schulbetriebs an der Bergischen Gasse, lösten sich an einem der Gebäude große Teile der Fassade und stürzten in die Tiefe. Dass damals niemand verletzt wurde, bezeichnet Hans Schneider heute noch als großes Glück. Die Schule war gerade aus, die Kinder nicht mehr auf dem Gelände. Der nachfolgende Streit um die Ursache des Schadens und die Frage, wer letztlich zu zahlen hatte, beschäftigte Gutachter und Gerichte allerdings über Jahre. Und das verzögerte die Sanierung immer weiter.

Bis zu den Herbstferien

Nun ist endlich ein Ende der unerfreulichen Baustellen-Geschichte in Sicht. „Die Sporthalle und das Studienhaus werden in den Ferien fertig”, freut sich Schneider. Am „roten Lernhaus” stehen noch abschließende Arbeiten an. Aber wenn die Schülerschaft nach den Ferien zurückkommt, sollen die Gerüste verschwunden sein. Die Sanierung des „gelben Lernhauses” schließlich soll bis nach den Herbstferien bewältigt sein. Nicht nur an Fassaden wird mit Hochdruck gearbeitet, auch zahlreiche Fenster der Schule mussten saniert werden.

Nach den Herbstferien dürfte sich die Schule dann - wenn alles nach Plan geht - erstmals nach sechs Jahren ohne Planen und und ohne Sicherungsmaßnahmen präsentieren. „Und das wird gefeiert”, verspricht der Schulleiter.

Den Schulalltag habe das Arbeiten hinter Planen sehr beeinträchtigt, gesteht er: „Immer hinter verhängten Fenstern, da hat man irgendwann die Nase voll.” Die Schülerschaft habe die Dauerbaustelle allerdings recht gelassen ertragen. Und ein Abiturjahrgang baute die Bauschäden sogar ins Abiturmotto ein und erklärte sich „fürs Leben gerüstet”.

Dem guten Ruf der Schule habe die kaputte Fassade nichts anhaben können, ist Schneider überzeugt. „Mit der Qualität der Schule hat das ja nichts zu tun.”

Pädagogisch will die Montessori-Gesamtschule künftig neue Wege mit ihren Ergänzungsstunden gehen. Diese Stunden zur individuellen Förderung sieht das NRW-Schulgesetz zusätzlich zur Stundentafel vor. „Die Ergänzungsstunden werden wir ab September an die Freie Wahl der Arbeit ankoppeln”, erläutert Otto Wawer, didaktischer Leiter der Schule.

Selbstständig arbeiten

Freie Wahl der Arbeit, kurz FWA, ist ein zentrales Fach in der Pädagogik nach Maria Montessori. Die Schüler wählen ihre Arbeit nach ihren aktuellen Bedürfnissen aus. „Sie sollen lernen, selbstständig zu arbeiten, sich nach außen zu orientieren und Projekte möglichst selbstständig in Angriff zu nehmen”, erklärt Schulleiter Hans Schneider.

Diese Freie Wahl will die Gesamtschule durch Module aus den Bereichen Naturwissenschaften und Technik, Gesellschaftswissenschaften, Kunst und Sprache ergänzen. Das Kollegium hat bereits eine Fülle an Projektideen gesammelt, daraus werden sich konkrete Angebote entwickeln.

Die Schüler der Klassen 7 und 8 werden künftig in jedem Schuljahr ein Angebot auswählen können. Das Projekt läuft dann ein halbes Jahr lang. „Für uns ist das auch eine Probephase”, sagt Schneider, „und wir sind sehr gespannt”. Otto Wawer hofft, dass die neuen Module den Schülern helfen, Stärken auszubauen in Bereichen, die im normalen Unterrichtsangebot nicht so bedient werden”.

Die neuen Module sollen auch helfen, die Montessori-Pädagogik an Aachens jüngster Gesamtschule weiterzuentwickeln. „Eine Schule ist ja nie fertig”, sagt Hans Schneider, „sie entwickelt sich immer weiter. Und das Erreichte muss dauernd überprüft werden.”

Der Kollege allerdings, der für 1250 Schüler und 100 Lehrer an der Montessori-Gesamtschule den Stundenplan fürs nächste Schuljahr verfertigt, hat durch die neuen Module noch etwas mehr Arbeit mit seinem Gesamtkunstwerk.
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