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Monschauer Straße entzweit die Region

Von: Werner Breuer
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Wie viele Spuren dürfen es denn sein? Diese Frage zur Zukunft der Monschauer Straße entzweit derzeit die Region: Die Aachener präferieren die „kleine Lösung“ eines dreispurigen Ausbaus, Politiker aus der Eifel kämpfen vehement für vier Spuren. Foto: Harald Krömer

Aachen. Den Eifelern geht es nicht schnell genug. Weil sich auf der Monschauer Straße zu Stoßzeiten die Pendler in und aus Richtung Aachen und Autobahn drängeln, fordern Kommunalpolitiker aus der Nordeifel den zügigen Ausbau der Strecke. Aber es hakt, im November wird sich der Aachener Mobilitätsausschuss wieder einmal mit dem Thema beschäftigen.

Dabei gibt es doch einen schönen Kompromiss: Einen dreispurigen Ausbau der Monschauer Straße auf dem Abschnitt zwischen Autobahn 44 und der Einmündung Pascalstraße können sich die Aachener vorstellen. Darauf habe man sich auch mit der Städteregion verständigt, erklärt Aachens Baudezernentin Gisela Nacken.

Die Einigung wäre formal gar nicht nötig gewesen, weil sich die Aachener bei der Gestaltung ihrer Straßen von der Städteregion nicht reinreden lassen müssen. „Wir brauchen den Kompromiss nicht, aber wir wollen ihn“, betont Gisela Nacken. Die Pendler, die im Berufsverkehr im Stau stehen, sind der Stadt keineswegs gleichgültig. „Wir sehen die Probleme der Eifeler“, sagt die Beigeordnete. „und wir suchen nach einer Lösung.“

Gefahr für Natur und Anwohner

Die glaubt der Landesbetrieb Straßen NRW schon zu haben: Dort werden schon eifrig Pläne für einen vierspurigen Ausbau des Abschnitts zwischen Autobahn und Pascalstraße geschmiedet, danach könnte es bis zur Himmelsleiter dreispurig weitergehen.

Diese „Große Lösung“ (Nacken) findet in Aachen allerdings wenig Gegenliebe. Schon vor Jahren witterte die damalige schwarz-grüne Ratsmehrheit Gefahr für Natur, Einzelgehöfte und Streusiedlungen.

Anders sieht das der Monschauer Christdemokrat Alexander Lenders. „Die Ausbaupläne des Landesbetriebs entsprechen unseren Vorstellungen“, hatte das Mitglied des Städteregionstags vor einigen Tagen gesagt. Wenn die Stadt Aachen dagegen den Anwohnerschutz ins Feld führe, lässt Lenders das nicht gelten: Die vierspurige Lösung des Landesbetriebs sei „beileibe kein übertriebener Ausbau“, zudem enthielten die Pläne auch Lärmschutzmaßnahmen.

In der Tat gibt es bei Straßen NRW Überlegungen, die Menschen in der Nachbarschaft der Bundesstraße mit Lärmschutzwänden vor dem Krach zu bewahren, den der Verkehr macht. Doch die Aussicht auf hohe Mauern gefällt den Aachenern wiederum gar nicht.

Für die dreispurige Kompromisslösung kann sich hingegen der Landesbetrieb nicht erwärmen. „Dort sagt man uns, dass es nicht geht“, berichtet Gisela Nacken. Bezweifelt werde die Leistungsfähigkeit der Knotenpunkte, „Wir sind fachlich der Meinung, dass unsere Lösung funktioniert“, so die Baudezernentin.

Gut muss sie funktionieren, meinen die Eifeler, in Monschau hat man da nicht nur die Interessen der Pendler im Blick, sondern auch den Fremdenverkehr. Die Touristenströme sollten nicht durch Verkehrsbehinderungen vom Besuch des idyllischen Städtchens abgehalten werden. Auch die Wirtschaft im Umland legt Wert auf eine gute Verkehrsanbindung.

Nach Ansicht des Stolberger CDU-Landtagsabgeordneten Axel Wirtz stellten die von der Stadt Aachen vorgelegten Pläne „aus Sicht von Bund und Land keine nachhaltige Verbesserung der Situation dar“. Und vom Bund gebe es halt nur Geld, „wenn ein leistungsfähiger Ausbau vollzogen wird“. Wirtz ist dennoch zuversichtlich, dass sich mit Anwohnern und Nutzern eine Lösung finden lässt. Der nächste Schritt in diese Richtung sei eine Abstimmung zwischen der Stadt Aachen und dem Landesbetrieb.

So sieht das auch die Aachener Baudezernentin. Sie strebt eine „einvernehmliche“ Lösung mit Straßen NRW an. Da müsse man sich an einen Tisch setzen und die Fakten austauschen. Das wird am 14. November auch der Aachener Mobilitätsausschuss. Bei der Sitzung (ab 17 Uhr, im Sitzungssaal des Verwaltungsgebäudes Marschiertor an der Lagerhausstraße) steht der Ausbau der Monschauer Straße erneut auf der Tagesordnung.

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