Aachen - Monschauer Straße: Drei Spuren geplant

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Monschauer Straße: Drei Spuren geplant

Von: Werner Breuer
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Gedränge auf zwei Spuren: Aus der Eifel kommen Forderungen, die Monschauer Straße vierspurig auszubauen. Foto: Harald Krömer

Aachen. Rein rechnerisch klingt es wie ein Kompromiss aus dem Lehrbuch: Die zwei Fahrspuren der Monschauer Straße zwischen Kalkhäuschen und der Autobahn 44 sind den Pendlern aus der Eifel zu wenig. Sie wünschen sich einen vierspurigen Ausbau, was den Aachenern aber gar nicht gefällt.

Nun schlagen Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp und Städteregionsrat Helmut Etschenberg eine Verbreiterung auf drei Spuren vor. Das sieht aus wie die goldene Mitte.

In einer gemeinsamen Erklärung betonen Philipp und Etschenberg, dass „aus der bisherigen Passivität eine zukunftsorientierte Aktivität entstehen“ müsse. Die könnte nach ihren Vorstellungen so aussehen: Ein vierspuriger Ausbau der Bundesstraße 258 – in Aachen eher als Monschauer Straße bekannt – sollte „unter Beachtung zeitgemäßer Bescheidenheit bei Ausbaumaßnahmen nicht weiterverfolgt werden“. Einig sind sich die beiden Verwaltungschefs aber auch darin, dass die Anbindung der südlichen Städteregion an das Oberzentrum verbesserungswürdig ist.

Zu schaffen wäre das nach ihrer Ansicht durch einen wechselseitigen dreispurigen Ausbau des Abschnitts zwischen Kalkhäuschen und der Autobahn 44. Zudem sollten die Ampelkreuzungen an den Einmündungen Pascalstraße und Kesselstraße durch Kreisverkehre ersetzt werden. Das verbessere den Verkehrsfluss, meinen Philipp und Etschenberg, und nutze auch den Anwohnern. Die litten bislang unter „erheblichen Immissionsbelastungen“ wegen täglichen Staus auf der zweispurigen Straße mit den beiden Ampeln.

Der Vorschlag soll nun den zuständigen Gremien der Städteregion zur Kenntnisnahme und denen der Stadt Aachen zur Beschlussfassung vorgelegt werden. Mit dem Segen der Politik will man diese Lösung dann gegenüber dem Landesbetrieb Straßen NRW und gegenüber den Verkehrsministern auf Bundes- und Landesebene vertreten. Erklärtes Ziel von Philipp und Etschenberg ist es, „das verkehrsstrukturpolitische Projekt B 258 nach jahrelangem Vorlauf nunmehr in eine Realisierungsphase zu bringen und eine klare Zeitperspektive für den Ausbau zu erhalten“.

Grüne: Wahlkampfgetöse

Roland Jahn hält das jedoch für Wahlkampfgetöse. Der Grünen-Ratsherr und Vorsitzende des Aachener Mobilitätsausschusses verweist auf einstmals gemeinsam mit der CDU vertretene Positionen, die eine dreispurige Lösung nur für den Bereich zwischen Pascalstraße und Autobahn vorsahen. „Da muss etwas getan werden“, sagt auch Jahn, „auch dem Kreuzungsumbau würden wir sofort zustimmen.“

Weiter wollen die Grünen aber dem nun vom Christdemokraten Philipp eingeschlagenen Weg nicht mehr folgen. Den dreispurigen Ausbau schon ab Kalkhäuschen hält Jahn für eine überflüssige „Verlängerung der Himmelsleiter“. Der Landesbetrieb gehe von einem Anstieg des Verkehrsaufkommens aus, den es so nicht geben werde. Im Endeffekt werde dafür die Landschaft „ohne Notwendigkeit zubetoniert“.

Dass es soweit kommt, glaubt Jahn indes nicht: Das Land setze inzwischen andere Prioritäten und halte die Instandhaltung von Straßen und Brücken für wichtiger als den Straßenausbau. Da werde wohl kaum Geld lockergemacht für die Monschauer Straße. Den Verweis auf die „bisherige Passivität“ versteht der Grüne denn auch als Spitze gegen die Baudezernentin Gisela Nacken, in deren Geschäftsbereich das fällt. Sie tritt nun für die Grünen als OB-Kandidatin gegen Philipp an. „Vielleicht war das schon ein erster Querschuss“, sinniert Jahn.

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