Aachen - Möbelshop schließt zum Jahresende

Möbelshop schließt zum Jahresende

Von: Werner Breuer
Letzte Aktualisierung:
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Ende des Jahres ist endgültig Schluss: Der „Möbel-Shop“ in Eilendorf muss am 31. Dezember schließen. Foto: Harald Krömer

Aachen. Es wird ein trauriges Weihnachtsfest für die Mitarbeiter des Aachener Möbelshops. Das Sozialkaufhaus an der Eilendorfer Von-Coels-Straße macht zum Jahresende dicht. Etwa 70 Beschäftigte verlieren damit ihre Jobs.

Betroffen sind 19 fest angestellte Mitarbeiter und etwa 50 Arbeitsgelegenheiten für Langzeitarbeitslose, deren Tätigkeit im Möbelshop der Aachener Projektwerkstatt gGmbH (ACPW) bislang öffentlich gefördert wurde. Die ACPW ist seit November im Insolvenzverfahren, Insolvenzverwalter André Seckler von der Kanzlei Kebekus et Zimmermann hatte bis zum Schluss versucht, Investoren zu finden und den Möbelshop ebenso wie die Jobs zu retten.

Einen Strich durch die Rechnung machte ihm dabei auch das örtliche Jobcenter, das wegen einer Gesetzesänderung die Förderung von Langzeitarbeitslosen reduzieren muss. „Es gibt jetzt eine Befristung der Arbeitsgelegenheiten“, erklärt Christian Neuß, der Pressesprecher des Jobcenters, „die sollen kein Dauerinstrument sein.“ Weil viele Betroffene ihr Zeitkonto – laut neuer Regelung nur noch zwei Jahre öffentlich geförderte Arbeitsgelegenheit in einem Zeitraum von fünf Jahren – ausgeschöpft haben, sinkt die Zahl der Planstellen von 80 auf 30 im kommenden Jahr. Für zwei Sozialkaufhäuser – ein weiteres betreibt die Wabe – sind das nicht genug. „Das Jobcenter hat da die Wahl zwischen Pest und Cholera“, räumt Insolventverwalter Seckler ein, „bei einer Aufteilung reicht es für beide nicht.“

Und weil im Aachener Möbelshop einige geförderte Arbeitsverhältnisse zum Jahresende auslaufen und mit einer Neubesetzung mit Förderung nicht zu rechnen war, sah Seckler letztlich keine Alternative zur Schließung. Auch mit der Förderung von Arbeitsgelegenheiten durch das Jobcenter bis Ende März ließen sich die Kosten nicht decken. „Es steht fest, dass unter diesen Bedingungen ab Januar 2015 massive Verluste eingefahren werden, die nicht aufgefangen werden können“, so Seckler. Angesichts solcher Aussichten sei „keine der insgesamt drei Investorengruppen“ zu einer Übernahme bereit gewesen.

Als der Insolvenzverwalter am Tag vor Heiligabend die Botschaft verkündete, flossen einige Tränen. Auch Jobcenter-Sprecher Neuß weiß, dass es die Beschäftigten hart trifft. In den nächsten Wochen will das Jobcenter mit ihnen gemeinsam nach Lösungen suchen. „Wir haben in einigen Maßnahmen noch Plätze frei“, sagt Neuß, „ich bin da recht zuversichtlich.“ Dennoch will er eines klarstellen: „Wir fördern Menschen und Arbeitsplätze, aber wir fördern keine Organisationen.“

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