Modernisieren und Geld sparen: Stadt will Hauseigentümern helfen

Von: Margot Gasper
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Robensstraße
Neue Fassaden in der Robensstraße: Wer sein Haus oder seine Wohnung in einem Sanierungsgebiet modernisiert, kann Steuervorteile nutzen. Dafür wirbt die Stadt nun offensiv. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Haus- oder Wohnungsbesitzer in Aachen, die über eine Modernisierung nachdenken, sollten sich genau hinschauen, ob ihr Eigentum in den Sanierungsgebieten Aachen-Ost, Aachen-Nord oder in der Innenstadt innerhalb des Grabenrings liegt.

Denn in diesen Sanierungsgebieten können Modernisierungsmaßnahmen verbessert steuerlich abgesetzt werden.

Die Stadt Aachen weist Eigentümer jetzt offensiv auf dieses Förderinstrument hin. Baudezernentin Gisela Nacken, Eckard Larosch, Leiter der städtischen Bauverwaltung, und Vertreter der Beratungsstelle „altbau plus“ stellten die Broschüre „Geld sparen mit Modernisierung“ am Montag offiziell vor.

„Wir haben ein großes Interesse daran, dass Wohnungen modernisiert werden und zeitgemäßen Standard erreichen“, erklärte Nacken. „Für Eigentümer und Investoren haben wir nun eine sehr gute Möglichkeit gefunden, das zu unterstützen.“ Besonders charmant findet Nacken, dass in Sanierungsgebieten auch Besitzer von selbst genutztem Eigentum die verbesserte Abschreibungsmöglichkeit nutzen können. „Für die gibt es sonst nämlich keine Möglichkeit.“

In großen Zügen läuft die Sache so: Wer die Steuervorteile nutzen will, schließt mit der städtischen Bauverwaltung einen Modernisierungsvertrag. Für die Arbeiten habe der Eigentümer dann fünf Jahre Zeit, erläutert Eckard Larosch. Zum Schluss legt der Bauherr die Rechnungen vor und erhält von der Stadt eine Bescheinigung über die Modernisierung. „Diese Aufwendungen kann er dann bei der nächsten Steuererklärung geltend machen.“

Einige Regeln sind allerdings zu beachten. Die verbesserte Abschreibung gilt ausschließlich für offizielle Sanierungsgebiete. Allein in Aachen-Ost, Aachen-Nord und Aachen-Innenstadt liege die Zahl der infrage kommenden Eigentümer bestimmt im fünfstelligen Bereich, schätzt Gisela Nacken. Gefördert werden ausschließlich Modernisierungen. Der Eigenheimbesitzer, der seinen Speicher zur Wohnung umbaut, oder der Investor, der eine Fabrik in Wohnungen verwandelt, werden also nicht gefördert. Wer abreißt und neu baut, kann die Steuervorteile auch nicht nutzen.

Auch Luxussanierungen werden nicht gefördert. „Mieter müssen bei diesen Sanierungen also keine Kostenexplosion befürchten“, versichert Nacken. Die Arbeiten dürfen außerdem erst beginnen, wenn der Modernisierungsvertrag steht.

Wer modernisieren will, sollte auch über eine energetische Sanierung nachdenken. Denn eine moderne Dreifachverglasung der Fenster oder eine moderne Fassadendämmung sparen später Energiekosten und schonen die Umwelt. Beratung zu den energetischen Aspekten gibt es bei „altbau plus“, erläutert „altbau plus"-Geschäftsführer Michael Stephan. Im Stadtteilbüro Aachen-Nord, Ottostraße 39-41, bietet Sabine von den Steinen (altbau plus) feste Beratungszeiten zu diesem Förderinstrument an. Das Interesse der Eigentümer sei bereits sehr groß, berichtet sie.

Zwei Modernisierungsverträge hat die Bauverwaltung auch bereits abgeschlossen, weitere Anfragen liegen vor.

Für den Vertrag mit der Stadt muss der Bauherr allerdings zahlen. „Das ist schließlich eine neue Aufgabe, die wir übernehmen“, sagt die Dezernentin. Die Gebühr richtet sich nach der Summe, die bescheinigt wird. Bei einer Maßnahme von einer Million Euro wären über den Daumen gepeilt 5000 Euro an Gebühr fällig. „Den Service der Stadt gibt es nicht zum Nulltarif“, sagt Gisela Nacken. „Diese Gebühr ist aber keineswegs kostendeckend.“

Der Flyer „Geld sparen mit Modernisierung“ liegt in den städtischen Verwaltungsgebäuden und an vielen anderen Stellen aus. Im Internet findet man ihn unter www.aachen.de, Stichwort „Modernisierungsbescheinigung“.

Ansprechpartner für interessierte Investoren und Hauseigentümer: städtische Bauverwaltung, 0241/432-6009, E-Mail: bauverwaltung@mail.aachen.de; altbau plus, 0241/14138880, E-Mail: info@altbauplus.de; altbau plus im Stadttteilbüro Aachen-Nord, 0241/47572912, E-Mail: vondensteinen@buero-aachennord.de.

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