Aachen - Modellboote auf dem Hangeweiher unterwegs

Modellboote auf dem Hangeweiher unterwegs

Von: Astrid Meisen
Letzte Aktualisierung:
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Schaufahren der Modellbauskipper: Vereinsvorsitzender Michael Schiffer ließ seinen Krabbenkutter auf dem Hangeweiher zu Wasser. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Ein idyllisches Bild bot sich den Spaziergängern am Sonntag im Kaiser-Friedrich-Park, als bei strahlendem Sonnenschein einige Modellbote ihre Runden auf dem Hangeweiher zogen.

Zum fünften Mal veranstaltete der Verein „Modellbauskipper Euregio Aachen” ein Schaufahren, zu dem zahlreiche andere Vereine aus der Umgebung eingeladen waren.

„Es kommen Vereine aus Stolberg, Köln oder auch den Niederlanden. Diese Veranstaltungen sind für uns die Basis für den Austausch, es geht hier sehr freundschaftlich zu”, erzählt Michael Schiffer, 45, erster Vorsitzender des Vereins „Modellbauskipper”.

Aber die Veranstaltungen, zu denen die verschiedenen Vereine abwechselnd einladen, seien keine Wettbewerbe, erklärt er. „Die Kommunikation ist bei diesen Treffen das Wichtigste. Man tauscht Tipps bezüglich des Baus der Boote aus und kann gelungene Exemplare schwimmend auf dem Wasser präsentieren. Das soll kein stressiger Wettbewerb werden, sondern ein lockeres Zusammensein”, berichtet Mathias Tost,48, Jugendwart des Vereins.

Gebaut werden die ferngesteuerten Schiffsmodelle, die zwischen 32 und 140 Zentimetern groß sind, von allen Teilnehmern selbst. Ein Hobby, das viel Geduld und Zeit in Anspruch nimmt, wie Michael Schiffer sagt: „Bis zur Vollendung eines Modells können schon mal drei oder fünf Jahre vergehen. Es gibt natürlich auch Boote, die in ein paar Wochen fertig sind”. Und auch die Kleinen bauen mit Papas Hilfe ihre Modelle, die in wenigen Wochen bereit zur Jungfernfahrt sind.

Während ein kleines „Anfängermodell” um die 140 Euro kostet, steckt Michael Schiffer bei 36 Monaten Bauzeit in jedem Monat 50 Euro in die Fertigstellung seines Schiffmodells. „Ich habe die Pläne für mein derzeitiges Projekt direkt von der Marine bekommen. Es wird dieses Schiffsmodell also nur einmal geben”, erzählt er stolz.

Und das Bauen sei der eigentliche Reiz an seinem Hobby, zu dem er vor 15 Jahren durch seinen Sohn gekommen ist. „Wir haben beim Spazierengehen eine Schaufahrt, ähnlich wie unsere heute, gesehen. Meinem Sohn gefiel das, und so haben wir unser erstes Boot gebaut”, erklärt Schiffer. Mathias Tost hingegen bekam als Kind ein Modellboot von seinem Vater geschenkt, das er bei seinem Auszug in die erste eigene Wohnung wiederfand. „Seitdem spielt der Schiffsmodellbau wieder eine Rolle in meinem Leben”, sagt er lächelnd.

Mit Sondergenehmigung

Während des Schaufahrens stellt Mathias Tost den Zuschauern die verschiedenen Modelle vor und erklärt deren Besonderheiten. „Normalerweise dürfen in Aachen solche Schiffsmodelle nicht auf Weihern oder sonstigen Gewässern fahren. Aber da wir Pächter sind, haben wir eine Sondergenehmigung. Zudem sind unsere Boote alle nur sehr langsam und können das Gewässer nicht verschmutzen”, erklärt er.

Und die „gefiederten Freunde” haben sich auch schon längst an die Modellbauskipper und ihre Gefährte gewöhnt, sagt Michael Schiffer. „Wir passen auf sie auf und leben in Eintracht mit ihnen”, sagt er lachend. Und so ist das Schaufahren dann tatsächlich ein idyllisches Ereignis.
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