Mitgliederversammlung: „Geht um die Zukunft der Alemannia”

Von: Achim Kaiser
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Steht vor einer richtungsweise
Steht vor einer richtungsweisenden Mitgliederversammlung: Alemannia-Präsident Alfred Nachtsheim.

Aachen. Sportlich nach dem 1:1 in Braunschweig in Abstiegsnöten, wirtschaftlich noch ohne Rettungskonzept vor dem finanziellen Abgrund, dazu noch große Probleme mit gewaltbereiten Fans - schlechtere Vorzeichen hat es vor einer Hauptversammlung von Alemannia Aachen kaum gegeben.

Dabei handelt es sich am Montagabend um 19 Uhr im Eurogress sogar um eine außerordentlichen Mitgliederversammlung, bei der wichtige Entscheidungen für die Zukunft der Alemannia gefällt werden müssen. Neben einer neuen Satzung geht es darum, dem Vorstand sein Votum als Gesellschafter zu geben. Er soll befugt werden, einem Verkauf von Geschäftsanteilen an Alemannias Stadion GmbH oder des Erbbaurechts am Stadion Tivoli zuzustimmen.

„Man kann mit Fug und Recht sagen, dass es eine immens wichtige Versammlung für Alemannia Aachen wird”, sagt Präsident Alfred Nachtsheim. Gemeinsam mit seinen Präsidiumskollegen war der er von der letzten Mitgliederversammlung beauftragt worden, in einer paritätisch mit Mitgliedern besetzten Arbeitsgruppe eine Reform der bestehenden Satzung zu erarbeiten. Ende März hatten einige Mitglieder vorgeschlagen, die Alemannia-Satzung zu ändern. Dieser Vorschlag fand weder bei den Gremien noch bei den anwesenden Mitgliedern eine Mehrheit.

„Jetzt liegt endlich ein Satzungsentwurf vor, der auf breiten Füßen steht”, sagt Nachtsheim über das Werk, das im Vorfeld der Versammlung nicht nur ausführlich vorgestellt wurde, sondern dabei in weiten Teilen auf Zustimmung stieß. Dennoch erinnert der Präsident noch einmal daran, dass für die Satzungsänderung eine Zwei-Drittel-Mehrheit benötigt wird. „Ich kann nur jedes Mitglied dazu aufrufen, zur Versammlung zu kommen, denn es geht um die Zukunft des Vereins”, appelliert der Präsident an die Mitgliedschaft.

Wer den Vorschlag für die neue Satzung vor der Mitgliederversammlung einsehen möchte, kann den Text im Bereich „Mitglieder” unter http://www.alemannia-aachen.de herunterladen. Der Text war außerdem Bestandteil der schriftlichen Einladung, die jedes Mitglied zur Versammlung erhalten hat.

Eine weitere wichtige Entscheidung haben die Mitglieder unter Tagesordnungspunkt 3 zu treffen. Den Mitgliedern wird nach Stand der Dinge dann ein so genannter „Vorratsbeschluss” zum Stadionverkauf zur Abstimmung gestellt. Dabei sollen die Mitglieder das Präsidium ermächtigen, den Tivoli verkaufen zu dürfen, wenn sich ein Lösungsmodell für die überaus prekäre wirtschaftliche Situation der Alemannia abzeichnet.

Nachtsheim stellt klar, dass der Vorstand einen solchen Beschluss nur unter ganz bestimmten Bedingungen fassen würde. „Voraussetzung ist, dass durch einen solchen Beschluss die jährliche Belastung für den Tivoli langfristig und nachhaltig deutlich reduziert würde. Darüber hinaus müssen alle Betreiber- und Vermarktungsrechte bei der Alemannia verbleiben. Außerdem wird es mit uns keine nennenswerten baulichen Maßnahmen wie etwa den Rückbau von Stehplätzen geben”, stellt der Präsident unmissverständlich klar.

Weitere Absicherung: Ein Verkauf von Anteilen müsste nach dem Beschluss des Vorstandes auch noch vom Verwaltungsrat genehmigt werden. Die Ermächtigung, über die die Mitglieder am heutigen Montag entscheiden, hätte zudem eine zeitliche Befristung bis zum 29. März 2012, dem Datum der nächsten Mitgliederversammlung. „Ein positives Votum der Mitglieder ist die Voraussetzung dafür, in der Stadionfrage endlich einen Durchbruch zu erzielen. Dieser ist nicht nur unbedingt notwendig, sondern auch unabdingbare Grundlage für eine Zustimmung im Rat der Stadt Aachen”, sagt Nachtsheim. Dort soll am 25. Januar über einen städtischen Beschluss zur Rettung der Alemannia abgestimmt werden.

Wahlausschuss hockt in den Startlöchern

Die Satzung des Vereins soll demokratischer und transparenter werden, denn die Möglichkeiten der Mitglieder, sich zu beteiligen, sollen verbessert werden. Dazu zählt die Installierung eines neuen Wahlausschusses. Der soll künftig die Kandidaten für die Vereinsgremien Aufsichtsrat, Verwaltungsrat und Ältestenrat (künftig Ehrenrat) auswählen und zur Abstimmung stellen. Die Vereinsgremien selbst werden zudem deutlich verkleinert.

Sollte im zweiten Tagesordnungspunkt der neuen Satzung zugestimmt werden, folgen dann die Wahlen zum Wahlausschuss. Folgende Vorschläge liegen vor: Von Mitgliedern vorgeschlagen: Ellen Grünwald, Lukas Keuser, Klaus Offergeld. Vom Präsidium vorgeschlagen: Björn Jansen, Dieter Junger, Bernd Schulte. Von der Abteilung Leichtathletik vorgeschlagen: Rüdiger Coerdt, Wolfgang Wynand. Von der Abteilung Volleyball vorgeschlagen: Guido Rick, Götz Schumann. Von den übrigen Abteilungen vorgeschlagen: Alexandra Abels, Sanya Arief, Andreas Görtges und Helmut Zschirnt.

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