Mit Weltstar Jennifer Lopez alleine im Auto

Von: Georg Dünnwald
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Dezent und diskret: Mit dem eh
Dezent und diskret: Mit dem eher unscheinbaren Van kutschiert Michel Domisch Prominente durch die Gegend. Dass er nicht viel darüber spricht, versteht sich von selbst. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Vor kurzem hat Michel Domisch (43) noch Jennifer Lopez gefahren. Mit Promis ist Domisch schon seit Jahren ständig unterwegs. Er fährt sie. Von A nach B, er ist bei Tourneen bekannter Musikbands wie beispielsweise Aerosmith mit von der Partie.

Und auch Kylie Minogue hat schon im Fond seines von außen unscheinbaren Luxus-Vans gesessen. Die Heavy-Metal-Band Motörhead gehört ebenso zu seinen Kunden wie Udo Lindenberg, die Kölner Haie, das ehemalige Formel-1-Team von Toyota und das TV-Musik-Urgestein Chris Howland alias Heinrich Pumpernickel.

Den Öchern ist Michel Domisch besser bekannt als „dr Prenz mit et Trömmelche”, der im Jahr 2004 den Aachenern eine erfolgreiche Session als Narrenherrscher bescherte.

Dass Michel Domisch gerne Auto fährt, weiß man in närrischen Kreisen. Dass er gemeinsam mit seinem Freund Jürgen Weinzierl in Köln ein Reiseunternehmen mit 37 Bussen - davon 20 Linienbussen, die im Auftrag der Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) unterwegs sind - betreibt, ist weniger bekannt. Aber kaum jemand weiß, dass Domisch fast ständig mit Stars Starlets und anderen Berühmtheiten „op Jöck” ist.

„Soviel rede ich ja auch nicht darüber”, sagt er ganz bescheiden. Denn die Bescheidenheit gehört zum Geschäftsprinzip von Domisch und Weinzierl, ebenso dezentes Auftreten und Verschwiegenheit. „Aber so manches darf man dann doch erzählen”, meint er - und redet munter drauf los.

Über Jennifer Lopez zum Beispiel, die vor zwei Wochen bei „Wetten dass” die Lanzsche Premiere mit einem Auftritt bereicherte. „Das war ein tolles Erlebnis”, erinnert sich der Ex-Karnevalsprinz. Mit drei Vans, einem Gepäckvan und einem 30-Sitzer-Bus von Neoplan ist er zum Köln-Bonner Flughafen gefahren. „Wir dürfen dann mit Sondergenehmigungen sofort aufs Rollfeld, Stars brauchen nicht die normalen Kontrollen zu durchlaufen”, erklärt Domisch.

Weltstar Jennifer Lopez, die als Sängerin, Tänzerin, Schauspielerin und Designerin Furore machte und macht, sei unheimlich höflich, „ja so richtig freundlich”. Und weil sie gerade auf Europatournee war, brachte sie gleich ein 30-köpfiges Männerballett mit. Und, und, und.

„Die Entourage von Stars ist nun mal riesig”, weiß Domisch. „J. Lo” selbst stieg nur mit Handgepäck in Domischs Van und ließ sich zum Hyatt nach Düsseldorf kutschieren. Hinter dem eher unscheinbaren Wagen folgten die anderen Vans und der Bus. In die Düsseldorfer Nobelherberge wurde eingecheckt, auch die Fahrer gehörten ab sofort zur Familie J. Lo und nächtigten im luxuriösen Übernachtungs-Koloss.

„Zwei Stunden später, um 16 Uhr, hieß es: auf zur Messehalle 6”, erzählt der Promi-Fahrer. Denn dort wurde „Wetten dass” produziert, dort hatte Jennifer Lopez ihren Auftritt. „Es ist schon bemerkenswert, dass wir dann auch hinter die Bühne dürfen und das Geschehen aus einer ganz anderen Sicht mitbekommen.” Eine Woche später erreichte Domisch ein Dankesschreiben des Europa-Tournee-Managers von Lopez. Er hatte seine Sache also wieder mal gut gemacht.

„Natürlich sind die Busse ganz anders eingerichtet als die, die jeder von uns kennt”, erklärt Domisch. Eine Bordküche ist oft vorhanden, Ledersitze sowieso, Tische mit herausklappbaren TV-Geräten, für Nachttouren können auch Betten eingebaut werden, ein luxuriöses Ambiente, in dem sich die Stars „oder die Möchtegern-Stars” (Domisch) ausgesprochen wohl fühlten.

„Ich könnte viel über meine Kundschaft erzählen. Aber ich bleibe diskret, sonst würde ich ja meine Existenz gefährden”, sagt der Öcher Ex-Prinz bedeutungsschwanger.

Man glaubt es ihm. Gerne hat er auch Max Raabe mit dem Palast-Orchester kutschiert. „Der ist im normalen Leben genau so wie auf der Bühne”, sagt Domisch lächelnd.

Für den WDR fährt seine Firma besonders oft. Die Big Band, das Sinfonieorchester, alle sind sie häufig von ihm gefahren worden. Auch Schauspieler und Sprecher. „Einmal saß ein Schauspieler neben mir, den ich partout nicht kannte. Nur die Stimme kam mir irgendwie bekannt vor. Das war die von Robert Redford und Robert de Niro. Die Stimme kannte ich auch als Off-Stimme bei Dokumentationen. Nachher sagte mir einer, dass der Mann der Christian Brückner war.”

Von Panikrocker Udo Lindenberg ist Michel Domisch absolut überzeugt. „Das ist ein Pfundskerl. Der lässt auf keinen Fall den Star raushängen.” Aber auch Aero­smith hat es ihm angetan. „Die Jungs sind meine Stammkunden geworden. Ich habe sie auch auf Tourneen begleitet.”

Promifahrer Domisch hätte sicher noch so manches Anekdötchen auf Lager. Aber, das ist sein Berufsethos, er bleibt diskret...
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