Aachen - Mit Teamgeist geht´s ins Arbeitsleben

Mit Teamgeist geht´s ins Arbeitsleben

Von: Jan Mönch
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Was soll ich werden? Schülerinnen und Schüler der Förderschule am Kennedypark bereiten sich intensiv auf die Arbeitswelt vor. Foto: Harald Krömer

Aachen. Man muss weder motorisch übermäßig begabt sein, noch über ausgezeichnete soziale Kompetenz verfügen, um einen Turm aus Holzklötzen zu stapeln. Schon ganz anders sieht die Sache aus, wenn rund ein Dutzend Personen sich diese Aufgabe teilt und die Klötze zudem durch Fäden zu manövrieren sind.

Das macht die Sache zunächst technisch komplizierter, vor allem aber zählt Teamarbeit.

Diese Erfahrung machte die Klasse 10 der Förderschule am Kennedypark beim dreitägigen Berufsanfänger-Seminar der Stiftung „Partner für Schule NRW”. Die jungen Leute stehen kurz vor dem Start ins Berufsleben - für viele Schüler ist das ein Sprung aus der behüteten Schulatmosphäre ins kalte Wasser.

„Negatives Image”

„Förderschulen jedoch haben keine Lobby und einfach ein negatives Image”, benennt Klassenlehrerin Inge Hege die besonders großen Probleme, mit denen ihre Schützlinge sich bald konfrontiert sehen werden. Darum ging es nach den „Aufwärmübungen” ans Eingemachte. Gemeinsam mit Sozialpädagogen musste Inge Heges Klasse Selbstbeurteilungsbögen ausfüllen, Bewerbungsmappen erstellen und Vorstellungsgespräche führen. Die Schüler haben so eine Vorstellung bekommen, was nach der Schulzeit auf sie zukommt.

Noch etwas mehr Zeit haben die Schüler der Klasse 8. Klassenlehrer Josef Becker, Referendarin Christina Schüpp und Dieter Bloi von der „Regionalen Arbeitsstelle zur Integration von Kindern und Jugendlichen aus Zuwanderungsfamilien” (RAA) setzten deshalb hier grundlegender an: bei der Sprache. Auch bei den Achtklässlern, die zu 70 Prozent aus Migrantenfamilien stammen, standen in den vergangenen Monaten je zweimal zwei Stunden pro Woche Informationen zur Berufswahl und Einblicke in Betriebe im Vordergrund. Stets widmeten die Pädagogen sich jedoch mindestens mit einem Ohr der Sprachkompetenz der Schüler.

Schulleiterin Agnes Schuler und ihr Kollegium sind von den Fördermöglichkeiten der Stiftung „Partner für Schule” überzeugt. Doch die Einblicke in die Praxis kommen auch bei den Schülern an. Emin Bjeletic etwa bekennt sofort: „Sprachlich hat mir das Programm geholfen.” Dass ihm das freie Reden schwer fällt, gibt der Achtklässler unumwunden zu.

Am liebsten aber würde er sofort noch ein Modul der Stiftung belegen: „Mir hat es einfach Spaß gemacht.” Und bei den Zehntklässlern von Inge Hege schien vor allem der Teamgeist gewachsen zu sein. Am Ende des dreitägigen Seminars wurde zum Abschluss abermals die kniffelige Übung mit den Holzklötzen absolviert. Der Turm stand gleich wie eine Eins.
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