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Mit spitzer Feder die Welt erklärt

Von: Anja Klingbeil
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„Du willst dich doch nicht mi
„Du willst dich doch nicht mit der Presse anlegen” - so ist diese Karikatur überschrieben: Hans-Ulrich Nieter sammelt seit 30 Jahren die Werke von Honoré Daumier. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Der dickliche Kopf ist in den Schraubstock gepresst. Unermüdlich werden die beiden Platten weiter zusammengedrückt. „Du willst dich doch nicht mit der Presse anlegen”, steht in französischer Sprache unter der Lithographie.

Die Karikatur aus dem Jahr 1833 macht deutlich: Die republikanische Presse wollte sich von der Monarchie nicht unterjochen lassen. Mit spitzer Feder hat der französische Karikaturist Honoré Daumier jedes nur erdenkliche Thema, das die Menschen bewegte, festgehalten, kommentiert und falsches Verhalten angeprangert.

„Daumier hat alles gefunden, aufgegriffen, und hat es dann auch gestaltet. Er hat immer genau den wunden Punkt erkannt”, sagt Hans-Ulrich Nieter vom Europäischen Zeitungsmuseum in Krefeld. 30 Jahre lang hat er das Werk des Franzosen genau unter die Lupe genommen, hat akribisch Karikaturen gesammelt, wurde fündig in Antiquariaten, auf Auktionen und bei der Daumier-Gesellschaft.

Rund 70 Exponate sind in der ersten Wechselausstellung des Internationalen Zeitungsmuseums (IZM) an der Pontstraße zu sehen. Werke, die zeigen, wie sich „Die Zeitung in der Künstlerkarikatur” widerspiegelt. 20 weitere Exponate sind zudem ab dem 19. September im Deutsch-Französischen Kulturinstitut an der Theaterstraße zu sehen. Diese beschäftigen sich mit den Themen Frauen und Emanzipation.

Das Lebenswerk Daumiers umfasst mehr als 4000 Lithographien und 1000 Holzschnitte. „Trotzdem ist der Künstler recht verarmt gestorben”, sagt Andreas Düspohl, Leiter des IZM. Für die Besucher der Ausstellung gibt es ein kleines Handbuch. Dort finden sich Übersetzungen und Erklärungen zu den einzelnen Werken. „Ohne sind sie oft nicht zu verstehen”, sagt Hans-Ulrich Nieter. Zu sehen ist die Ausstellung im IZM noch bis zum 22. Dezember.
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