Aachen - Mit positiven Erwartungen ins Jahr 2010

Mit positiven Erwartungen ins Jahr 2010

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
handw_bu
Glücksbringer Hans Hansen (v.l.) wartet mit OB-Gattin Gabriele Philipp auf die Ubergabe des traditionellen Neujahrs-Baumkuchens. Marcel Philipp und Kreishandwerksmeister Hans Winnen präsentieren das gute Stück neben Hans-Dieter Eschweiler. Foto: Harald Krömer

Aachen. Viel Glück für 2010! Die Schornsteinfegermeister Hans Hansen und Hans Dieter Eschweiler warteten beim traditionellen Neujahrsfrühstück des OB mit der Kreishandwerkerschaft im Weißen Saal des Rathauses geduldig auf die Gäste.

Marcel Philipp war an diesem Morgen doppelt zu Hause. Als Handwerksmeister weiß er aus eigener Erfahrung um die Bedeutung der Handwerkerschaft und hatte gleichzeitig die Gelegenheit, mit Gattin Gabriele zum ersten Mal als Oberbürgermeister die Jahresbilanz und den Ausblick von Kreishandwerksmeister Hans Winnen entgegenzunehmen.

Für Hans Winnen selbst dagegen war die Zusammenkunft - er wurde begleitet von vier Obermeistern und dem Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft - ein Abschied nach langen Jahren an der Spitze der Kreishandwerkerschaft, im kommenden Jahr wird es einen Nachfolger geben.

Nur zwei Prozent Verlust

Bilanz und Ausblick von Hans Winnen gerieten gar nicht so schlecht. Im Krisenjahr 2009 hätten die Handwerksbetriebe durchschnittlich einen Umsatzverlust von nur zwei Prozent eingefahren, erklärte Winnen. Und mit Teilen der Konjunkturpakete I und II der Bundesregierung, die 2009 noch nicht zum Zuge kamen, sei auch im schwierigen Jahr 2010 eine wahrscheinlich positive Entwicklung für die Handwerkerschaft in der Städteregion Aachen zu erwarten.

„Wir hoffen natürlich, dass verstärkt regionale Unternehmen unter Berücksichtigung der Vergabebestimmungen Aufträge erhalten werden.” So können das Handwerk wie bisher zahlreiche Ausbildungs- und Arbeitsplätze sichern. Winnen nannte Zahlen: 5500 Betriebe in der Städteregion, 43000 Mitarbeiter, 4000 Lehrlinge und einen jährlichen Umsatz von etwa 3,7 Milliarden Euro - das kann sich sehen lassen.

Winnen mahnte mit dem Zusammenschluss zur Städteregion einen notwendigen „Bürokratieabbau” an, bedankte sich gleichzeitig bei Philipp, dass es nach dem Amtsantritt gemeinsam mit Städteregionsrat Helmut Etschenberg „einen ersten Gedankenaustausch” mit der Kreishandwerkerschaft gegeben habe. Allerdings wies Winnen darauf hin, dass sich Ausschreibungen und Auftragsvergaben oftmals verzögerten, weil in den Verwaltungen nicht genügend Fachpersonal sitze. Sein Ausblick auf 2010 geriet allerdings durchweg hoffnungsfroh: „Laut Kammerumfrage rechnen 66 Prozent der Handwerksunternehmen mit besseren bis gleichbleibenden Umsätzen. Die Grundstimmung muss positiv bleiben. Dann geht es auch wieder aufwärts”, forderte der Meister eine Haltung ein, die frohgemut in die Zukunft sieht, in Altbausanierung, Schulen, Umweltschutz und Straßen soll die Stadt investieren und „schnell und unkompliziert Baugenehmigungen” erteilen. Angesichts solch ungebremsten Optimismus konnte OB Philipp nicht ganz mithalten.

„Wir haben eine Unterdeckung von 60 Millionen Euro im Haushalt”. Das in 2010 erwartete Defizit sei „zur Hälfte Konjunktur und zur Hälfte strukturell bedingt”, erwiderte Philipp. „Das heißt, wir müssen für 2010 unser Hausaufgaben machen, jeder muss einen Teil dazu beitragen”.

Um strukturelle Einschnitte etwa im Kulturbetrieb oder gar Schließungen von Schwimmhallen wie in andere Städten vermeiden zu können, müsse dort angesetzt werde, wo die Stadt Zusatzaufgaben übernehme, für die sie nicht unbedingt zuständig sei. Winnen habe bereits das Wort „Entbürokratisierung” eingebracht. Das sei allerdings ein zweischneidiges Schwert. Sicher seien alle in der Verwaltung bereit, ihre Arbeit zu optimieren. „Ich habe da eine große Bereitschaft festgestellt”, berichtete Philipp im Weißen Saal.

Das alleine aber reiche nicht angesichts der prekären Lage der städtischen Haushalte. „Wir werden 2010 und 2011 noch erheblich leiden”, stellte Philipp fest, zeigte allerdings Kampfbereitschaft: „Wir sind dabei alle in der Pflicht”, erklärte er. Die erwarteten Synergien der Städteregion seien jetzt bereits verplant, da bleibe nichts mehr übrig. Große Zukunftshoffnung setze er in die Entwicklung der Campus-Projekte der RWTH. „Wir tuen alles für eine gute wirtschaftliche Entwicklung.” Der Campus werde dabei sehr helfen. Dann nahm der OB den traditionellen Baumkuchen der Konditoren mit der Jahreszahl oben drauf entgegen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert