Mit „Klemmfixen” gegen Linksabbieger

Von: Werner Breuer
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Aachen. Leitschwellen statt Linien: An der unfallträchtigen Kreuzung der Jülicher Straße mit Otto- und Robensstraße setzt die Stadt jetzt auf die harte Tour. Der Weg über die Busspur auf der Jülicher Straße wird dichtgemacht, von der Robensstraße geht es künftig nur noch rechts ab in Richtung Hansemannplatz.

Das beschloss der Mobilitätsausschuss am Donnerstag mit sehr deutlicher Mehrheit. Nur einer war anderer Ansicht: SPD-Ratsherr Michael Servos („das ist mein Wahlkreis”) berichtete von „massivem Widerstand” der Anwohner gegen die Pläne. Den Anrainern der Robensstraße würde eine Extrarunde über den Hansemannplatz zugemutet, auch wenn sie in die andere Richtung wollten, und das Rehmviertel sei von Norden her nicht mehr erreichbar. Bislang können Autofahrer aus Richtung Blücherplatz noch einen Haken schlagen und von der Jülicher Straße zuerst nach rechts in die Passstraße fahren, dann links in die Robensstraße abbiegen und an deren Ende geradeaus in die Ottostraße rollen.

Servos plädierte im Ausschuss für eine bessere Beschilderung, um vor allem auswärtige Autofahrer vom verbotswidrigen Linksabbiegen von der Jülicher Straße in die Ottostraße abzuhalten. Das hatte in der Vergangenheit immer wieder zu schweren Unfällen geführt, bei denen oft Fahrgäste in Linienbussen verletzt wurden. „Das ist von der Dramatik her hoch anzusetzen”, betonte Uwe Müller vom städtischen Fachbereich für Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen.

In Zahlen ausgedrückt: Zehnmal hat es in den vergangenen drei Jahren auf der Jülicher Straße zwischen Ludwig-Forum und Robensstraße gekracht, weil Wagenlenker trotz Verbot und Markierungen nach links über die Busspur abgebogen waren. Bei Zusammenstößen mit Linienbussen wurden 40 Menschen verletzt. Allein sechs Unfälle passierten an der Kreuzung Ottostraße. „Wir kriegen das mit Pädagogik nicht hin”, stellte Baudezernentin Gisela Nacken klar, „sondern nur mit krassen Einschränkungen der Möglichkeiten.”

Deshalb sollen nun Leitschwellen mit sogenannten Klemmfixen auf der Mittellinie verhindern, dass Autofahrer die Busspur in der Fahrbahnmitte überqueren. Wer von der Robensstraße ins Rehmviertel oder in Richtung Blücherplatz will, muss trotzdem rechts abbiegen und kann dann laut Verwaltung „die legale Wendefahrt am Hansemannplatz wählen”.

Der Knotenpunkt müsste den zusätzlichen verkehr verkraften, meinen die Fachleute. Allerdings hält Michael Jansen von der CDU aus Auswirkungen auf andere Kreuzungen für denkbar. Er legt deshalb Wert darauf, dass die neuen Verkehrsführung erst einmal ein Jahr lang beobachtet werden. Andreas Müller (Linke) ist jedenfalls froh über die Regelung: „Bislang ist das lebensgefährlich vor allem für die Leute, die im Bus sitzen.”
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