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Mit Doppel-S nach Paraguay

Von: Nina Krüsmann
Letzte Aktualisierung:
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Der stellvertretende Vorsitzende der Aachener Juso-Schülergruppe, Moritz Fessler (links) geht für ein Jahr nach Paraguay, um dort seinen Zivildienst abzuleisten. Ihn begleiten die besten Wünsche des Juso-Vorsitzenden Andor Schmitz. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Immer wieder macht sich die Juso-Schülergruppe, die Schülerorganisation der Aachener SPD, für die Belange von Kindern und Jugendlichen stark. Mit Aktionen wie „Eine Mahlzeit für ein Kind” rückten sie das Interesse der Öffentlichkeit auf Familien, für die das warme Mittagessen eben nicht selbstverständlich ist.

Doch das Engagement der Jugendlichen endet nicht an den Stadtgrenzen.

Moritz Fessler, der seit 2009 stellvertretender Vorsitzender der Juso-Schüler ist, bricht heute zu einem einjährigen Aufenthalt nach Paraguay auf, wo er nach dem Ende der Schullaufbahn seinen Zivildienst ableistet. Schon früh sei für ihn klar gewesen, dass er sich nach dem Abi sozial engagieren möchte. „Die Themen Schule, Bildung und Kinder liegen mir am Herzen. So habe ich mich beim Weltwärts-Programm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Zusammenarbeit beworben”, erklärt der Abiturient des Couven-Gymnasiums.

Die Organisation „American Field Services” schließlich vermittelte ihn in ein Projekt in Paraguays Hauptstadt Asunción. Hier wird er armen Straßenkindern helfen, ihre Situation zu verbessern. „Im Mittelpunkt steht die humanitäre Hilfe und die Integration der Indio-Kinder und der Ureinwohner in die Gesellschaft”, erklärt Fessler.

Auch Radiosendungen oder die Organisation von Demonstrationen gehören zu seinen Aufgaben. Der 19-Jährige ist seit der Gründung der Juso-Schüler in Aachen 2007 bei den Jusos aktiv, hat viele Projekte mit auf den Weg gebracht und ist seit einem Jahr stellvertretender Vorsitzender sowie Vorstandsmitglied des SPD-Ortsvereins West.

„Bereits 2007 war ich im Rahmen eines Schüleraustauschs ein Jahr ein Chile, einem im Vergleich zu Paraguay weit entwickelten Land”, erzählt Fessler, der für seinen Einsatz eigens seinen Namen im Pass ändern ließ. „Ein ß kennt man in Paraguay nicht, deswegen heiße ich jetzt nicht mehr Feßler, sondern schreibe mich mit Doppel-S.”

Bei der letzten Sitzung der Juso-Schüler vor den Ferien wurde Fessler gebührend verabschiedet. „Wir sind stolz, eine der aktivsten SPD-Schülerorganisationen Deutschlands zu sein”, betont Andor Schmitz, seit einem Jahr der Vorsitzende der Juso-Schüler im Unterbezirk Aachen-Stadt. „Der Stellenwert von Moritz Einsatz ist für uns sehr hoch. Wir wollen mit unserer Arbeit darauf aufmerksam machen, dass die Politik mehr tun muss. Langfristig können Zivildienstler wie Moritz nicht die Aufgaben des Staates übernehmen”, betont Schmitz.

Für die Zeit nach Paraguay hat Fessler bereits neue Pläne: „Ich habe mich für das Bachelor-Studium der Internationalen Beziehungen in Dresden beworben”, erklärt der 19-Jährige, der sich später gut eine Tätigkeit bei der Europäischen Union oder beim Auswärtigen Amt vorstellen kann. „Da könnte ich meine Auslandserfahrungen einbringen und meine Arbeit mit meinem Parteiengagement verbinden.”

„Aber natürlich setzen wir uns nicht nur für Probleme am anderen Ende der Welt ein, sondern auch für Sorgen der Schüler vor der Haustür”, betont Schmitz. So habe man zum Beispiel in jüngster Zeit einen Erfolg beim „School & Fun-Ticket” erzielt. „Statt um fünf Euro wurde es nur um einen Euro pro Monat verteuert”, bekundet Schmitz den Einsatz der Jusos.
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