Mit der Mobilität steht und fällt das Projekt Campus

Von: Axel Borrenkott
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„Campus im Vergleich“: Was Aachen noch besser machen kann, können OB Marcel Philipp (l.) und RWTH-Prorekor Aloys Krieg (r.) nun in der Dokumentation von Hans-Dieter Collinet nachlesen. Foto: Harald Krömer

Aachen. Es ist ja nicht nur die Campusbahn. Das ganze Campus-Projekt der RWTH stößt nach wie vor bei vielen Aachenern auf Skepsis. Stadt und Hochschule merken, dass sie „immer gegen diese Grundstimmung ankämpfen“ müssen. Doch für ihre Repräsentanten gibt es nicht den geringsten Zweifel: „Das Ding fliegt“, sagt Marcel Philipp.

Und „wenn jemand das Projekt hinkriegt, dann wir“, sagt Aloys Krieg, während für Günther Schuh „endlich mal Schluss sein muss mit den unzulässigen Vergleichen mit Avantis“. Nun waren der Oberbürgermeister, der Prorektor der RWTH, der Geschäftsführer der Campus GmbH und andere maßgebende Köpfe der Stadt- und Hochschulentwicklung am Donnerstag nicht im Rathaus zusammengekommen, um das Phrasenschwein zum Jahrhundertprojekt Campus noch etwas dicker zu machen.

Es geht ihnen schlichtweg darum, dass „manchen in Aachen immer noch nicht bewusst ist, dass vom Erfolg des Campus-Projekts der RWTH die Entwicklung der Stadt und der Region entscheidend abhängt“, zumal die Hochschule der größte Arbeitgeber der Region ist. Ähnlich wie Hans-Dieter Collinet, Vorsitzender des Architektenbeirats der Stadt, hatte das der OB vergangene Woche beim Jahresempfang der RWTH beschworen.

Sieben Veranstaltungen

Collinet hatte mit seinem Verein „Aachen Fenster“ die Vortragsreihe „Campus im Vergleich“ organisiert, die in sieben Veranstaltungen zwischen Dezember 2011 und Mai 2012 demonstrierte, wie in zehn anderen namhaften Universitätsstädten – darunter Heidelberg, Hamburg oder Zürich – die Campusentwicklung vorangetrieben wird. Das Resümee aus dieser Reihe, das Collinet  am Donnerstag im Rathaus vortrug und in Gestalt einer Dokumentation übergab, ist ziemlich eindeutig: Aachen ist international noch nicht bekannt genug, steht aber im nationalen wie globalen Wettbewerb um die besten Wissenschaftler und Studenten.

Alle anderen Universitätsstädte machen erhebliche Anstrengungen, die „Aufenthalts-“Qualität sowohl der Stadt wie der Hochschule zu verbessern. Neben weiteren Aspekten wie Energieeffizienz stehe bei all dem eins ganz oben: ein optimales Mobilitätskonzept, sprich: die Anbindung der Hochschule an die Stadt. Die nicht hinzukriegen, wäre ein großer, wenn nicht der größte Fehler.

Spätestens da hörte man die Campusbahn im Geiste um die Ecke biegen. „Die Campusbahn ist das Aushängeschild der Innovationskraft der Stadt. Wollen die Aachener denn Provinz bleiben?“, fragte Collinet. „Mit der Campusbahn wird das Ding wirklich rund“, sagte Philipp. „Die Verbindung der Hochschul-Räume geht nur mit der Bahn“, ergänzte Schuh. Das gesamte Territorium der Hochschule, also die Campus-Areale Innenstadt, West und Melaten müssen verbunden sein, und speziell Melaten bliebe „draußen, wenn es keine attraktive Verbindung mit der Innenstadt gibt“.

Dabei sei, wie es Oberbürgermeister Marcel Philipp ausdrückte, trotz aller Schwierigkeiten der „Erfolg des Campus Melaten gar nicht mehr zu vermeiden“. Und was könne man als Stadt Besseres offerieren, als „dieses größte Infrastrukturprogramm nach vorne zu tragen“?

Da kann sich der OB richtig in Rage reden: „Wir kriegen ja geradezu vorgeworfen, dass wir das so offensiv angehen“, wo doch so viele andere mit Projekten scheiterten.

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