Aachen - Mit der Diplomatie des Alltags hat Helmut Breuer viel erreicht

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Mit der Diplomatie des Alltags hat Helmut Breuer viel erreicht

Von: wb
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Empfang zum Geburtstag der nie
Empfang zum Geburtstag der niederländischen Königin: von links der scheidende Honorarkonsul Prof. Helmut Breuer, der niederländische Botschafter Marnix Krop, Ursula Breuer, Breuers Nachfolgerin Prof. Christiane Vaeßen, Generalkonsul Dr. Henk Voskamp und OB Marcel Philipp. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. „Ich habe es gerne gemacht”, sagte Prof. Helmut Breuer, „und gerade deshalb höre ich jetzt auf.” Zum letzten Mal bat Breuer als Honorarkonsul der Niederlande anlässlich des Geburtstages von Königin Beatrix zum Empfang in den Krönungssaal des Rathauses.

„Man sollte nicht so lange warten bis die Leute denken: Ist der immer noch da?”

Randlage als Standortvorteil

Der Wirtschaftsgeograf war lange da. Elf Jahre vertrat er die Interessen des Nachbarlandes im Westzipfel - oder auch umgekehrt. Breuer habe einen großen Anteil daran, dass die jeweilige Randlage nicht als Problem, sondern als Standortvorteil wahrgenommen werde, lobte Oberbürgermeister Marcel Philipp. „Sie haben das Raumverständnis der Aachener weitergebracht”, so der OB. Als Honorarkonsul habe er vieles nicht mit hoher Diplomatie, sondern mit der Diplomatie des Alltags erreicht. Zu Breuers Verdiensten rechnet das Stadtoberhaupt auch das „entspannte Verhältnis” zu den Niederlanden - „klammern wir die Fußball-Länderspiele einmal aus”.

Und auch nach Breuers Ausscheiden - Prof. Christiane Vaeßen von der Fachhochschule Aachen wird am 17. Mai ihr Amt als seine Nachfolgerin antreten - werde der Wirtschaftsgeograf wohl noch lange „derjenige sein, den man fragt”, glaubt Philipp.

Gefragt war der Honorarkonsul etwa, wenn es um die Anerkennung von Examina ging oder auch bei Problemen mit Personaldokumenten. Immerhin haben laut Breuer rund 10.000 Niederländer in der Region ihren ersten Wohnsitz. Vor allem aber habe der scheidende Honorarkonsul seine guten Kontakte in der ganzen Region „eingesetzt für neue Formen der Zusammenarbeit”, befand der niederländische Botschafter Marnix Krop. Er habe die Chancen gesehen, wo andere vornehmlich auf die Probleme fixiert gewesen seien.

„Die kulturellen Unterschiede, die wir Niederländer oft unterschätzen, waren für Dich nie ein Hindernis”, attestierte der Botschafter dem Honorarkonsul, bevor er ihn im Namen von Königin Beatrix als Ritter des Ordens von Oranje-Nassau auszeichnete. Mit über 70 Jahren sei er inzwischen alt genug, um sich über Ehrungen zu freuen, meinte Helmut Breuer. Freude hatte er elf Jahre lang auch an seinem Amt als Honorarkonsul der Niederlande. „Es war eine wichtige und schöne Aufgabe.”

Zu der gehörte vielleicht zum guten Schluss auch noch der Hinweis an die im Krönungssaal versammelten Vertreter von Wirtschaft, Wissenschaft, Diplomatischem Korps und öffentlichen Einrichtungen, dass „für Sie seit einigen Tagen in den Niederlanden Einkaufsbeschränkungen gelten”. Die Anspielung auf die neuen Regeln in den Coffee-Shops für den Kauf weicher Drogen quittierte die honorige Versammlung mit dezentem Lachen.
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